Montag, März 09, 2009
Saturday night fever (Gastbeitrag)
Es war Samstag und alle wollten sie… Alle? Nat(h)ürlich nicht alle. Doch wuas wollten sie?
Also, Urbel hatte zu einer House-Uhuere-Iweihete geladen. Er befürchtete eine überfüllte Wohnung und zuwenig Bier. Doch so weit sollte es gar nicht erst kommen. Denn ein Grossteil der Stelzbock-Crew war schon geankert. Manche ankerten sich gleich selbst, so wie König Merowech, der irgendwas faselte von Mr.Propper, Gerbersen , und Mike Delphino. Mit ihnen wollte er im Schnee rumtollen. Der Alte hatte ebenfalls nicht mit einer Sturmwarnung gerechnet und blieb so dann ganz überraschend im Westen an Festland. Der Böse Onkel Torque hingegen war ganz bewusst abgetaucht. Insider berichten, er solle sich im hohen Norden befinden. Der Ausspruch: „He, dir Sieche, i teschte grad mit zwe Blondine dr Pool vom 4-Stärn Hotel“ wollte die schwedische Depeschen-Agentur noch nicht bestätigen. So blieben nur noch He-Beau, Lonny, özel hui, Grosses Mann, und Randal, die sich zu Urbel einfanden.
Randal und Lonny wurden vorher noch im Mad gesehen wo sie sich einen „Salatteller“ gönnten. „Eigentlech het de Lonny nu welle ga luege, ob Dolores au dete isch“.
Gegen Neun Uhr treffen Randal und Lonny bei Urbel ein. Dort befindet sich schon ein verschwitzter He-Beau, der Liegestützen macht. Tja, so Chemielaboranten sollten schon fit sein. Die Wohnung wirkt gepflegt. Und die Einrichtung zeugt von Geschmack. Was den Verdacht aufkommen lässt, dass da ein „Pfadimeitli“ beim Aussuchen der Möbel mitgeholfen hat. Nur ein Sofa sucht man vergebens. Auch der grosse Fernseher steht lieblos auf dem Boden. Dann schon lieber klein aber auf einem schönen Möbel. Ein Sofa war aber auch nicht von Nöten. Özel hui war nur für etwa eine halbstündige Steppvisite zu Gast.
Ein Anderer war zwar da, aber hielt sich mehrheitlich nur in der Küche auf. Wer wohl? Kleiner Tipp, er war grade am kochen und ziemlich gross. Gegen Elf wollten diese Deppen dann gegen das Bier(c)hübeli verschieben. Doch wie? 5 Leute aber nur ein kleiner Peugeot für 4 Leute! So musste Grosses Mann halt das Velo nehmen. Also Urbel, mal ein Auto kaufen du Nase! Im Hübeli angekommen ging es auch schon los. Da warteten illustre Gäste aus alten Zeiten, die schon lange nicht mehr dorten gesichtet wurden. E30er-Tom, Die Agentin, Lawer-Boy, T. von Patrick, Sell-You und die ganze Bern West-Fraktion. Auch die Chlyklass-Jungs waren dort. Des weiteren waren Nick (De Nick vom Lonny) und seine Jumpstyler vor Ort. Die Stelzböcke trafen wenig später auf ein paar Westschweizer Girls, die gerade einen Polterabend feierten. Dies nat(h)türlich ganz zufällig und ohne Vorahnung. Dennoch machte es Spass, mit dieser Gruppe die 90er zu zelebrieren. Die Songs verleiteten einem, das Tanzbein zu schwingen. So war es auch nicht verwunderlich, dass hin und wieder einer bis zwei der Protagonisten einen low-body-contact halt nicht verhindern konnte, auch wenn sie das doch tunlichst vermeiden wollten. Dennoch war alles molto correcto, auch wenn die 3 italo-dancer, Fabio, Knotschi und Rodolpho schon noch ein bisschen aufdrehten als der Hebelin gegangen war. Lonny hatte sich unterdessen zu Nick und seinen Jumpern abgesetzt. Nick hatte einen guten Draht zum DJ und so war es auch nicht weiter verwunderlich, dass gegen Ende der Party noch ein bisschen Hardcore Vibes aufkamen. Die Playlist war denn auch holländisch dominiert: 2unlimited, Technohead, de Euromasters, Force-Team und der ganze good old stuff. Nach Dune und Darude gab es noch ein Schwan-kuscheln und dann ganz schnell zur Garderobe. Die Girls bestanden noch auf einen safe walk home, wärend Urmel und Grosses Mann die L-Bahn benützten.

Randal OFF ihr Nasen
Donnerstag, März 05, 2009
Grossdeutsche Lösung bei "Tschörmäny's"
Bei Germany's next Topmodel scheint man die grossdeutsche Lösung zu bevorzugen: Soeben wurde die frisch gekürte "Austria's next Topmodel" in die bestehenden deutschen 16 Finalistinnen heimgeholt ...äh ... integriert. Mittwoch, November 05, 2008
Zensur der Mittelinks-Medien am Beispiel Obama (Gastbeitrag)
Vorweg: Ich schliesse mich im Ergebnis für einmal dem Mainstream an und finde es auch ganz okay, dass Obama gewählt wurde. Wenn ich aber solch pathetische Artikel in der Online-Ausgabe der NZZ(!) lesen muss, läuft es mir irgendwie kalt den Rücken runter... Wo sind wir hier eigentlich? Item, am Beispiel Obama zeigt uns Ölä in einem weiteren Gastbeitrag ein anschauliches Beispiel, zum hier auch schon kritisierten politisch korrekten Zensurverhalten unseres Mitte-Links-Tagesmedien-Mainstreams...Angesichts der überschwänglichen Euphorie die sich momentan im BZ Artikel zur Wahl Obamas (und nebenbei auf der ganzen Welt) breitmacht, wollte ich mit dem folgenden Kommentar ein bisschen bad guy spielen und die Friede-Freude-Eierkuchen-Fraktion ein wenig aufmischen:
Autor: O. Schmid
Ist es nicht Ironie des Schicksals? Vor knapp zwei Jahren haben die USA einen Hussein getötet. Jetzt wählen sie einen zum Präsidenten. Nomen est omen?
Leider schaffte es dieser Kommentar nicht durch die Zensur der BZ Internet-Redaktion...
Gut, es konnte ja sein, dass die Online-Redaktion ob der Flut von Kommentaren (zum damaligen Zeitpunkt bereits über 85) nicht alles veröffentlichen konnte und stattdessen nur sporadisch ausgewählt hat. Um dies zu überprüfen, habe ich rund 15 Minuten später diesen Kommentar verfasst:
Autor: Oleg Kusnizov
Amerika hat vorbildlich gehandelt und ist über seinen Schatten gesprungen. Es wäre schön wenn auch in Russland so etwas möglich wäre. Super!
Und siehe da, oh Wunder! Dieser Kommentar wurde umgehend veröffentlicht. Somit darf ich davon ausgehen, dass mein erster Kommentar bewusst nicht veröffentlicht wurde und in der knallharten BZ-Zensur hängengeblieben ist.
Meine Erkenntnis daraus:
Wenn Du Dich im Internet-Forum der BernerZeitung mittels Kommentar beteiligen willst, dann erfülle folgende Anforderungen:
1. Schreibe nur im Sinne der politischen Doktrin des staatstreuen mitte-links Blattes.
2. Schreibe das, was jeder schreibt.
3. Kritik ist möglich, aber nur im Einklang mit Punkt 1. und 2.
Würde also Russland in unserer Medienwelt nicht als Schurkenstaat gelten, so wäre wohl auch mein zweiter Kommentar nie erschienen. Die BZ spielt hier also im Kleinen durch, was in den USA Obama massgeblich zur Wahl verholfen hat ("Obamania" in allen Medien). Sie ergreift Partei und unterbindet andere Meinungen.
Samstag, November 01, 2008
Linker AHV-Unsinn (Gastbeitrag)
Die Menschen werden immer älter und gleichzeitig werden immer weniger Kinder geboren. Der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung sinkt; der demographische Wandel ist in vollem Gange. Das weiss heute eigentlich jedes Kind. Und dennoch kommt den linken Realitätsverweigerern nichts Besseres in den Sinn als eine Senkung (!) des AHV-Alters zu verlangen. Sowas nennt sich dann sozial. In Wahrheit stellt die Initiative ein als solches kaum verdecktes Geschenk an die typische SP-Klientel dar (gutverdienende, teilzeit arbeitende Staatsangestellte der Baby-Boom-Generation). Die Sache stinkt zum Himmel...Gastautor smiling catilina zum linken AHV-Unsinn. Viel Vergnügen!
Rentenalter 62 für (fast) alle
Die „Volksinitiative für ein flexibles Rentenalter“ will allen Personen mit einem Erwerbseinkommen von unter 118‘000 Franken die Frühpensionierung ab dem 62. Altersjahr ermöglichen. Eine Frühpensionierung ist bereits heute möglich, nur muss man dazu (versicherungsmathematische) Kürzungen der AHV-Rente hinnehmen. Die Initiative will nun diese Kürzungen streichen, was einer faktischen Subventionierung der Frühpensionierung gleichkommt. Die Befürworter der Initiative argumentieren, dass die Finanzierung der AHV grundsolide sei und in ihrer Erfolgsrechnung Überschüsse aufweise. Die Kosten des Volksbegehrens, jährlich 800 Millionen Franken nach den Berechnungen des Initiativkomitees (1.5 Milliarden Franken nach jenen der Gegner des Volksbegehrens) seien verhältnismässig gering und überschaubar, zudem profitiere ein erheblicher Teil der Bevölkerung davon. Nachdem nun Milliarden für die Grossbanken und die Zocker an der Börse ausgegeben wurden, seien endlich die hart arbeitenden kleinen Leute auch mal dran.
Dieser Argumentation widerspricht die Ökonomin Professor Monika Bütler. In einem Zeitungsartikel mit gleicher Überschrift legt sie dar, dass nicht die angepeilten Geringverdiener, sondern Personen über 50 mit mittleren und höheren Einkommen (Anm. d. R.: = ein grosser Teil der SP-Wählerschaft), die Hauptgewinner einer Annahme der Initiative wären. Ihre Hauptargumente sind wie folgt:
Wie teuer ist die Initiative tatsächlich?
Die Initianten betrachten Einkommen bis zu 10'000 Franken pro Monat als mittlere Einkommen. Somit können 85% der Männer und 98% der Frauen von einer subventionierten Frühpensionierung profitieren (Vermögende, die von ihren Kapitalerträgen leben, und solche, welche gar nicht arbeiten, eingeschlossen!!!). Natürlich wird argumentiert, dass ein Teil der Kosten in anderen Bereichen eingespart werden könne, so in der IV oder der Sozialhilfe. Nur haben wir ein kleines Problem: Die Gesamtbevölkerung wird im Schnitt immer älter. Die (optimistischen) jährlichen 800 Millionen werden bald nicht mehr genügen, um die grosszügige Frühpensionierung zu finanzieren. In jedem Fall bedeuten die Mehrausgaben niedrigere AHV-Renten in der Zukunft oder höhere Steuern (Mehrwertsteuer, Lohnprozente) ab sofort. Schon nach wenigen Jahren übersteigen die durch die Initiative verursachten Mehrkosten die gerade von linker Seite heftig kritisierte Hilfe an den Finanzsektor.
Wer profitiert tatsächlich von dieser Initiative?
Es sind die Babyboomer im mittleren Einkommensbereich. Die Initiative hat einen gewaltigen Konstruktionsfehler. Die Initiative stützt sich auf das erzielte Erwerbseinkommen als Kriterium für den Zugang zur ungekürzten Rente. Jedoch, jeder kann es bis zu einem gewissen Grad selber bestimmen, wie hoch sein Einkommen ist. Ein Hochschulabgänger, der sich nach einem staatlich mitfinanzierten Hochschulstudium mit einer Teilzeitstelle begnügt (Anm. d. R.: ein Grossteil der SP-Wählerschaft arbeitet teilzeit, denn dies ist beim Staat viel einfacher als in der Privatwirtschaft) und ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 110'000 Franken erzielt, erhält auch die ungekürzte Rente. Wer gerade im Bereich von 120'000 Franken Jahreseinkommen liegt, wird sich hüten, mehr zu leisten, denn dann verliert er seinen Rentenanspruch. Lieber wird er noch reduzieren. Bei mittleren und höheren Einkommen bestraft der Vorschlag der Gewerkschaften daher die Arbeitstätigkeit.
Profitieren die Leute mit kleinen Einkommen tatsächlich?
Den kleinen Leuten bringt die Initiative kaum Vorteile. Wenn sich eine Verkäuferin heute vorzeitig pensionieren lässt, nimmt sie eine Rentenkürzung bei der AHV und der Pensionskasse in Kauf. Sie kommt aber in den Genuss von Ergänzungsleistungen, welche ihr ein Einkommen von rund 3000 Franken pro Monat für Alleinstehenden oder 4500 Franken für Verheiratete garantieren (exklusive weiteren medizinischen Leistungen). Sofern kein Vermögen vorhanden ist, kompensieren die Ergänzungsleistungen die Einbussen durch Rentenkürzungen vollständig. Zudem, nicht-vermögenden Arbeitnehmern mit monatlichen Vorruhestands-Einkommen unter circa 4500 Franken (Alleinstehende) oder 6000 Franken für (Verheiratete) wird das Renteneinkommen bei vorzeitigem Ruhestand ab Alter 62/63 schon heute nicht gekürzt!
Wer bezahlt die Initiative tatsächlich?
Die Alten oder die heutigen Rentner: Die zusätzlichen Ausgaben der AHV müssen in der Zukunft über zusätzliche Steuereinnahmen finanziert werden. Erhöht man dazu wie in der jüngsten Vergangenheit die Mehrwertsteuer, dann müssen die heutigen Rentner tiefer in die Tasche greifen. Auch werden sie möglicherweise andere Folgen der Initiative zu spüren bekommen. Der Mangel an Pflegepersonal wird sich sicher nicht bessern, wenn die Arbeit für diese Leute nach 62 so offensichtlich bestraft wird.
Die Jungen oder eigentlichen Verlierer: Bis sie einmal das Pensionsalter erreichen, werden keine Mittel mehr vorhanden sein für solche Luxusleistungen. Die jährlichen Kosten einer subventionierten Frühpensionierung kommen zu den ohnehin schon dramatischen Finanzierungslücken in der Zukunft. Ein Ja zu Rentenalter 62 heute heisst auch ein Ja zu einem höheren Rentenalter morgen.
Montag, Oktober 20, 2008
Gemeindewahlen Neuenegg 2008 (Gastbeitrag)
Die SVP kommt mit einem blauen Auge davon
Bereits wieder gehören die Neuenegger Gemeindewahlen 2008 der Geschichte an. Im Grossen und Ganzen hat sich nicht viel verändert. Die SVP bleibt klar stärkste Partei, hat aber in den Kommissionen einen starken Einbruch an Wähleranteil erfahren. Dies hat Konsequenzen: In vier von fünf gewählten Kommissionen verliert sie je einen Sitz. Jeweils 2 an die FDP die allgemein stark zugelegt hat und die SP, welche gegenüber den letzten Wahlen leicht an Wähleranteil eingebüsst hat. Im wichtigsten Gremium, dem Gemeinderat, bleibt sie mit 4 Vertretern (-1 gegenüber 2004 aufgrund Reduktion der Anzahl Sitze von 9 auf 7) die klar dominierende Kraft, auch wenn der 4. Sitz nur knapp und erst in der 2. Verteilung vergeben wurde.

Im Vorfeld der Wahlen wurde viel gemunkelt und die anderen Parteien malten sich bereits erdrutschartige Verschiebungen des SVP-Territoriums zu ihren Gunsten aus. So gab sich zum Beispiel der FDP Parteipräsident Herbert Roschi in der Neuenegger Zeitung kämpferisch, in dem er einen zweiten Gemeinderatssitz für seine Partei forderte. Soweit ist es aber nicht gekommen. Trotzdem hat die SVP gerade im Gemeinderat satte 7.5% an Wähleranteil verloren. Gründe hierfür findet man sicher in der Krise in welcher sich die SVP seit der Nicht-Wiederwahl ihres Bundesrats Christoph Blocher befindet, und in der damit verbundenen Abspaltung der Berner BDP. Da eine lokale BDP nun aber in Neuenegg nicht zustande kam, haben viele enttäuschte SVP-Wähler den Weg zur Urne gar nicht angetreten oder, verheerender noch, einen BDP Ersatz in der FDP gefunden. Auch die knapp 3.5% Wähleranteil zu Gunsten der rechten Newcomer Partei CH-Jugend wurden eins-zu-eins dem SVP-Wähleranteil abgezogen.
FDP Neuenegg: Der zweite Frühling der Altherren-Truppe
Wie bereits erwähnt profitierte die FDP am meisten von der geschwächten SVP. Dennoch sind nicht alle bei der SVP fehlenden Stimmen auf direktem Weg an die FDP gewandert. Von den 7.5% Verlust seitens SVP sind rund 3.5% an die CH-Jugend gegangen. Die restlichen 4% gehen klar an die FDP. Diese hat gesamthaft aber über 6.5% zugelegt und hat damit seit langer Zeit wieder einmal die 20%-Marke überschritten. Somit konnte sie auch der SP, welche im Gemeinderat eine Abnahme von knapp 2.5% aufweist, einige Wähler abgewinnen. Das Erstaunliche am Erfolg der FDP ist, dass sie dieses All-Zeit-Hoch trotz, oder vielleicht auch wegen folgenden Umständen erreicht hat:
- Auf der Liste der FDP befanden sich mehrheitlich die „üblichen Verdächtigen“ der vergangenen Gemeindewahlen. Es wurden weder eine Frau noch jüngere Kandidaten aufgestellt. So weist die FDP auch das höchste Durchschnittsalter aller kandidierenden Parteien auf. Es ist also ein Klub von Altherren, die in dieser Wahl quasi einen zweiten Frühling erlebten.
- Die Beteiligung der FDP am Wahlkampf war beinahe Null. Abgesehen von der üblichen Wahlbroschüre und einem mehr oder weniger kämpferischen Wahlaufruf in der Neuenegger Zeitung, hat man im Vorfeld der Wahlen nichts von der FDP erfahren. Nicht mal Plakate mit den Gemeinderatskandidaten wurden aufgestellt. So werden sich vor allem auch die Wahlkampfstrategen von SVP und SP fragen, ob ihre teilweise aufwändigen Wahlaktionen überhaupt etwas gebracht haben... Falls es die Strategie der FDP war, mit Null Aufwand möglichst viel zu erreichen, so ist dieser Plan für sie perfekt aufgegangen (+2 Sitze in den Kommissionen). Chapeau!
Abschliessend halte ich aber daran fest, dass es den „neuen“ FDP-Wählern nicht um die Köpfe der Neuenegger FDP ging, sondern dass sie in erster Linie die Stimme nicht der SVP oder der SP geben wollten.
CH-Jugend als Wahlhelfer für die SP
Es ist eine Ironie des Schicksals, dass gerade die von ihr am meisten belächelte CH-Jugend der SP zu einem Sitzgewinn verholfen hat. Rechnet man bei den Ergebnissen der Bau- und Planungskommission nämlich die von der CH-Jugend erreichten 267 Stimmen zur SVP, würde diese ihren Anteil von 4 Sitzen behalten. Durch das Fehlen genau dieser Stimmen aber, hat die SVP den vierten Sitz an den lachenden Dritten, die SP, verloren.
Das neue 7-Sitz Modell im Gemeinderat: Die falsche Strategie von SP und FDP
Nachträglich betrachtet war die in diesem Jahr von SP und FDP durchgesetzte Reduktion des Gemeinderats von 9 auf 7 Mitglieder ein glatter Glücksfall für die SVP. Berechnet man das aktuelle Ergebnis mit dem alten 9-Sitz Modell, so hätte die SVP ihren damals 5ten Sitz an die FDP abtreten müssen, welche ihren vor 4 Jahren an die SP verlorenen grandiosen 2ten Sitz zurückgewonnen hätte. So gesehen haben sich die SP und FDP mit einem Votum für das 7-Sitz Modell selber ein Bein gestellt. Denn mit der neuen Verteilung besetzen sie auch weiterhin nur die Nebenrolle in der Neuenegger Lokalpolitik.
Facts and Figures zu den Gemeindewahlen Neuenegg
Wahlbeteiligung: 33.32% (im Vergleich 2004: 35.26% / 2000: 36.70%)
Sitzverteilung:
Gemeinderat:
SVP 4 (-1*) / SP 2 (-1*) / FDP 1 / CH-Jugend 0
(* Sitzabnahme aufgrund Reduktion Sitzzahl von 9 auf 7)
Kommissionen:
Bau- und Planung: SVP 3 (-1) / SP 3 (+1) / FDP 1 / CH-Jugend 0
Strassen: SVP 3 (-1) / SP 2 / FDP 2 (+1)
Umwelt: SVP 3 (-1) / SP 3 (+1) / FDP 1
Finanz- und Steuer: SVP 2 (-1) / SP 1 / FDP 2 (+1)
Soziales: SVP 3 / SP 2
Anzahl Kandidaten:
SVP 35 / SP 23 / FDP 13 / CH-J 3
Durchschnittsalter:
SVP 45
SP 46
FDP 52
CH-J 20
Frauenanteil:
SVP 25.7%
SP 30.4%
FDP 0%
CH-J 0%
Sonntag, Oktober 12, 2008
Emeidi im Amt bestätigt

Montag, Mai 05, 2008
Hamburger Elegien

Bleiben wir mal bei den Zügen. Hier herrscht in Deutschland eine uns unbekannte Form der 2-Klassen-Gesellschaft. Man kann nicht einfach ein Ticket (oder ein Abo) von Bremen nach Hamburg lösen. Die entscheidende Frage lautet hier „to ICE or not to ICE?“. Natürlich ist es mit ICE etwas teurer, doch habe ich es keine Sekunde bereut, mit meinem etwas teureren Strecken-Abo auch in der Königsklasse der Deutschen Bahn (hier aber selbstverständlich 2. Klasse) fahren zu dürfen. Obwohl die Differenz bei einer Einzelfahrt nur ca. 3 Euro ausmacht, sind es Welten zwischen einer Fahrt mit dem ICE oder einer mit dem Metronom. Hier die komfortablen Sitze in den modernen Waggons, in denen man auch zu Stosszeiten immer einen Sitzplatz mit Tischchen findet. Dort die überfüllten Metronom-Züge, deren Abteile bisweilen mit Essensresten, Erbrochenem, verschüttetem Bier und jeder Menge Müll aufwarten. Die Passagiere des Metronoms: Büetzer, pubertierende Teenies, lauthals lästernde ältere deutsche Frauen, die sich zu ihrem Sitzplatz vorkämpfen als wenn es kein Morgen gäbe, jüngere Männer mit Migrationshintergrund und nach aussen gekehrtem Aggressionspotential – vieles, was nervt, halt. Wenn diese heterogene Passagierschaft sich und leider auch allen anderen Mitfahrern nicht gerade die Höhepunkte aus ihrer miesen kleinen Welt verbal zum besten gibt, ist sie meistens am Fressen: Döner, Mac Donald’s, Chicken Curry, Hauptsache möglichst penetrant riechend und Hauptsache dabei möglichst laut schmatzen scheint hier die Devise zu sein.
Was ist denn hier oben sonst noch anders als bei uns? Ausser der unendlich flachen Landschaft und dem unendlich regnerischen, windigen, rauhen, so genannt „norddeutschen“ Wetter? Wenn wir noch bei der Landschaft bleiben wollen, so hat sich die rot-grüne Ära Schröder hier hunderte und aberhunderte erstaunlich grosse Denkmäler gesetzt: die Windkraftwerke. Sie sind einfach überall, wo man in der Landschaft ausserhalb der Städte hinsieht. Überall…
Zu den Leuten: laut Wikipedia sollen es noch über 3 Millionen sein, die plattdeutsch sprechen. Mir ist nicht einer von ihnen begegnet – da bin ich wohl wieder einmal an meiner Urbanität gescheitert. Nur gelesen habe ich den Dialekt und zwar jeweils beim morgendlichen Jogging: „Kok mal wedder en!“ (Schau mal wieder vorbei!), stand ausgangs der Schrebergarten-Anlage Westerwald… Dennoch finden sich lustige sprachliche Eigenheiten hier oben. Samstag heisst hier Sonnabend, beispielsweise. Okay, das wussten wir vielleicht schon, doch wussten wir auch, dass hier sogar auf den Titelseiten der Tageszeitungen nicht vom Samstag, sondern vom Sonnabend die Rede ist? Ich jedenfalls nicht. Auch interessant: „Moin!“ sagt hier oben einfach jeder und jede und nicht etwa nur bodenständige Klischee-Friesen vom Hauke-Haien-Koog! Auch diesbezüglich war ich falsch gewickelt, dachte ich doch „Moin!“ heisse übersetzt so viel wie „Guten Morgen“. Denkste, die Leute begrüssen sich auch am Abend so und zwar Alt und Jung, cool und uncool usw… Wie vermutlich überall in Deutschland scheint bei Jugendlichen hier die offizielle Anrede „Hey, Alter…“ zu sein, egal ob Männlein oder Weiblein, und ein verbreiteter Ausspruch lautet: „Alter Schwede!“, was so viel wie „Meine Güte“ heissen soll...
Interessant auch der Strassenverkehr. An Hamburgs unglaublicher Dichte an Porsche Carreras, BMW Z4s, Mercedes SL Cabrios und dergleichen erkennt man jedenfalls nicht, dass in diesem Land bedeutend tiefere Löhne bezahlt werden sollen als in der Schweiz. Die Deutschen fahren viel und schnell, die Hemmschwelle zur Hupe liegt substanziell tiefer als bei uns (okay, immer noch deutlich höher als in Süditalien!). Gefährlicher als die Autos sind aber die Fahrräder, von denen es im Stadtverkehr Unmengen gibt. Auch die Radwege sind überaus zahlreich und verlaufen in der Regel direkt auf den Trottoirs, was mich bald zum Schluss kommen liess, dass hier die Wahrscheinlichkeit, von einem Drahtesel überfahren zu werden, bedeutend höher ist als jene, einem Auto zum Opfer zu fallen. Die Fahrräder beharren nämlich in unglaublicher Aggressivität und bisweilen Arroganz auf ihren Wegen, welche alles andere als leicht von den gewöhnlichen Gehsteigen abzugrenzen sind. Disziplin herrscht an den Ampeln: selten der Fussgänger, der bei Rotlicht noch schnell über die Strasse huscht. Es scheint als seien dies die Relikte der preussischen Obrigkeitsgläubigkeit, die hier durchschimmern.
Mein Metronom hat soeben den Agglomerationsbahnhof Hamburg-Harburg passiert, was bedeutet, dass ich in wenigen Minuten in Hamburg eintreffen werde. Es gäbe noch vieles, vieles mehr zu erzählen, doch will es mein Zeitplan, dass ich für diese Geschichtchen (die, die Welt nicht braucht) nicht mehr als diese eine Zugfahrt aufwende.
Ich schliesse mit einer weiteren Verballhornung, die ich hier oben gelernt habe:
Tschüssikowsky!
Dienstag, April 08, 2008
SVP-Wähleranteil - Der Tragödie zweiter Teil
Wenn es ums Herunterspielen von SVP-Wahlerfolgen geht, legen gewisse Leute mitunter schon fast bewundernswerte Phantasie und Originalität an den Tag. Bereits im letzten Dezember war ich gezwungen, an dieser Stelle ein paar ganz abstruse Zahlenverdreher auf den Boden der Realität zurückzuholen.Ähnliches wiederholt sich nun bezüglich Interpretation der SVP-Wahlresultate bei kantonalen Wahlen seit der Blocher-Abwahl vom 12. Dezember 2007 (sie gewann in sämtlichen Kantonen). Während gewisse linke Tageszeitungen abstruserweise trotz Sitzgewinnen von einer Niederlage der SVP ausgehen (Grund: bei den NR-Wahlen im Herbst war der SVP-Wähleranteil NOCH höher als jetzt bei den kantonalen Wahlen), bleibt die mitte-linke, aber vernünftige NZZ bei den Tatsachen.
Die identische Debatte hat sich auch im Mikrokosmos der Kommentar-Ecke meines kleinen Blogs abgespielt und soll im Folgenden anhand chronologischer Auszüge daraus kurz vorgestellt werden (Ja, es handelt sich über weite Teile um einen Comment-Recycling-Post):
Emeidi:
"... Die Wahlen im Berg- und Urchel-Kanton Uri wiederum halte ich nun wirklich nicht für "repräsentativ" für die Gemütslage von Herrn und Frau Schweizer. ..."
Smythe:
"... Betr. Wahlerfolgen hätte ich auch auf den Kanton Thurgau hinweisen können oder Glarus, wo sich ein Sitzgewinn im Regierungsrat abzeichnet..."
Andreas Kyriacou:
"... Die SVP hat in TG, SG und SZ seit dem vergangenen Herbst Wähleranteile eingebüsst, und zwar ziemlich drastisch (wenn auch auf sehr hohem Niveau). ..."
Smythe:
"Im Kanton Bern fanden die Grossratswahlen rund ein Jahr vor den Nationalratswahlen statt. Bei den Grossratswahlen 2006 betrug der Wähleranteil der SVP 27.4%; bei den Nationalratswahlen 2007 lag er bei 33.6%. Wieso folgerte (nach gleicher Logik) aus diesen Zahlen kein Tagi-Journalist, die SVP sei massiv auf dem Vormarsch? Fakt ist: Wähleranteile von kantonalen Wahlen lassen sich nicht 1:1 mit denen von eidgenössischen Wahlen vergleichen. Unterschiedliche Wahlverfahren, unterschiedliche Anzahl Listen, unterschiedliche Wahlkreise und unterschiedliche Listenverbindungen gilt es zu berücksichtigen. ..."
gugus-dada:
"Wahlerfolg dieses Wochenende? Ach was, im Gegenteil! Thurgau: gemessen an den NR-Wahlen 2007 (und diese gelten hier als Referenzpunkt, logo!) Rückgang um 7 Prozentpunkte. ..."
Smythe:
"Hmmm, die NZZ (bekanntlich alles andere als eine Blocher-freundliche Zeitung!) sieht die Sache mit den Wähleranteilen auf Seite 33 ihrer heutigen Ausgabe etwas anders... Meinem Hinweis im obigen Kommentar entsprechend stellt sie klar, dass man Äpfel mit Birnen vergleicht, wenn man bezüglich Wähleranteilen kantonale mit eidgenössischen Wahlen vergleicht und daraus einfach-gestrickte Schlüsse zieht. Treffend weist sie darauf hin, dass der SVP-Anteil in den kantonalen Parteien noch nie so hoch war wie heute. Und, noch interessanter: dass der Wähleranteil der SVP (auch jener der SP) kantonal in den letzten Jahren IMMER deutlich und konstant unter dem eidgenössischen Gesamtanteil lag (bei CVP und FDP lag er übrigens konstant darüber). Entsprechend stellen die im Vergleich zum Herbst 07 tieferen Werte nicht ein Absacken, sondern vielmehr ein langsameres Nachvollziehen des eidgenössischen Trends dar. "
"Kommentare, welche in diesen Zahlen den Anfang vom Niedergang der SVP zu erkennen glauben, gehören in die Schublade des lieber-schreiben-wie-man's-gern-hätte-als-schreiben-wie-es-ist-Journalismus und sind letztlich nichts als die Durchhaltepropaganda frustrierter Wahlverlierer und linker Journalisten. Aber ich verstehe natürlich, dass besagte Journalisten (noch Angestellte wie auch bereits Arbeitslose und in die Blogosphäre verbannte ;-) ) derartige Zahlenspielchen gerne aufnehmen...Wie oben bereits gesagt, kann ich die Jungs dennoch beruhigen: So lange der Mönch zwischen dem Eiger und der Jungfrau steht, wird in diesem Land KEINE Partei - auch die SVP nicht - einen Wähleranteil von 50% erreichen, d.h. früher oder später wird die von gewissen Teilen so herbeigesehnte Stagnation der SVP schon kommen. Niemand kann 15 Jahre lang (abgesehen von geringen lokalen Einbussen) in allen Wahlen immer nur gewinnen. Niemand."
Anstatt diesen Moment aber krankhaft und stets erfolglos (muss ja echt frustrierend sein) und mit derart abwegigen Begründungen herbeischreiben zu wollen, empfehle ich diesen Jungs, doch einfach noch ein paar Töpfer-Kurse zu besuchen, ein paar Platten Manu Chao oder Bob Dylon zu hören, ein paar mal nach Kuba zu reisen, kurz: abzuwarten und (Grün-)Tee zu trinken und sich dann, wenn der Moment ganz von alleine eingetreten ist, schlicht und einfach darüber zu freuen... Na, wär das was?
Sonntag, April 06, 2008
Widmer-Schlumpf-Rücktrittsforderung undemokratisch?
Zur Mitverfolgung des aktuellen Tagesgeschehens bediene ich mich von meinem norddeutschen Exil aus in der Regel der online-Ausgabe der NZZ. Gelegentlich kommen noch 20min und (vermutlich aus Heimweh) der gute alte Teletext zum Zuge. In der gegenwärtig alles in den Schatten stellenden Debatte um die causa Widmer-Schlumpf ist sich die vereinigte Schweizer Medienschar offenbar wieder einmal verdächtig einig. Der Grundtenor:Konrad Hummler rules!
Konrad Hummler, Teilhaber der Privatbank Wegelin & Co, ist einer der wenigen Exponenten der Schweizer Wirtschaft, welcher sich löblicherweise - obwohl kein politisches Mandat innehabend und meines Wissens ohne Parteimitgliedschaft - immer wieder auch zu politischen Fragen äussert. Und dies nicht nur via die berühmten Anlagekommentare von Wegelin (welche meines Erachtens alle vergleichbaren Mitteilungsorgane an Witz, Prägnanz und Originalität weit übertreffen).Auch wenn ich ihm für einmal nicht in allen Aussagen zustimmen kann, hat er sich bezüglich origineller und interessanter Anregungen in diesem Interview wieder einmal selbst übertroffen. Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Thesen:
- Die Blocher-Abwahl hätten CVP und FDP den Linken niemals "gratis" liefern dürfen. Vielmehr hätte man vorgängig politische Zugeständnisse, wie etwa ein Einlenken bei der AHV verlangen müssen.
- Nicht hohe Steuersätze, sondern die Furcht vor dem kollabierenden europäischen Sozialmodell treiben Kapital in den Finanzplatz Schweiz.
- Weil in Deutschland über 60% der Bevölkerung vom Staat lebt, finden sich keine Mehrheiten für den dringend nötigen Staatsabbau mehr. Der scheinbar bürgerlichen Regierung sind die Hände gebunden. (Anmerkung: Mit gleicher Begründung lässt sich der politische Linksdrall im Verwaltungs-Kanton Bern erklären.)
- Die aggressive deutsche Aussenpolitik gegen benachbarte Steueroasen zur Verhinderung der Abwanderung von Kapital und Arbeitskräften stellt eine moderne Form des "Mauerbaus" dar.
- Das Schweizer Bankgeheimnis ist eine soziale Institution, weil es auch den "kleinen Leuten" die Bildung von Ersparnisvermögen erlaubt.
- Weil deutsche Bürger in einem Land leben, das auf eine fiskalpolitische Katastrophe zusteuert, handeln sie quasi als Notwehr, wenn sie im Ausland Steuern hinterziehen.
- SP-Leute wie Hildegard Fässler, welche im Steuerstreit ein "Entgegenkommen" der Schweiz verlangen, sind Teil jener Politik, welche ein entsprechendes finanzpolitisches Desaster auch in der Schweiz vorantreibt.
- Staaten und mafiöse Organisationen haben erstaunlich viele Gemeinsamkeiten, wobei die Mafia ihre Mitglieder bisweilen besser versorgt. (Anm.: Damit dürfte er wohl doch ein kleines bisschen zu weit gehen...)
Übrigens: Ich gebe es ja zu. Als Privatbankier ist Hummler rein objektiv nicht gerade die glaubwürdigste und am wenigsten befangene Person, wenn er behauptet die Verteidigung des Bankgeheimnisses sei für die Schweiz eine Existenzfrage...

