Freitag, Juni 30, 2006

 

Die Grundsatzfrage

Manchmal sind die Dinge einfacher als man denkt. So etwa die Frage nach der politischen Meinung eines Individuums. Im Dschungel unserer vielfältigen Parteienlandschaft, in den unendlichen Diskussionen unseres direktdemokratischen Systems, im mühevollen Entscheidungsprozess unserer auf dem Prinzip der Konkordanz beruhendenen Regierungen geht eines allzu oft vergessen. Die entscheidende Frage ist letztlich immer dieselbe und zudem erschreckend einfach! Die unzähligen scheinbar verschiedenen Meinungen ("Quot capita, tot sensus!") lassen sich - ähnlich der Theorie der physikalischen Weltformel - im Grundsatz letztlich auf eine alles entscheidende, weltanschauliche Frage reduzieren:

"Rechts oder links: Das ist die Hauptauseinandersetzung in diesem Land - und als eine solche muss man sie führen. Dabei geht es nicht einfach um die technische Frage, ab welcher Staatsquote die Wirtschaft erlahmt, sondern es ist eine weltanschauliche Sache. Entweder man ist der Ansicht, der Mensch brauche dringend staatliche Hilfe, um glücklich zu werden - weil ihn der Markt überfordert, weil er nicht selbst für sich und seine Familie sorgen kann, weil er grundsätzlich schwächer und dümmer ist als eine wohlwollende administrative Elite. Oder man ist der Überzeugung, dass der Mensch dann zur Höchstleistung sich steigert, wenn er frei ist - von staatlichen Betreuungsangeboten und behördlichen Ermahnungen, von kirchlichen Dogmen und fantasielosen Professorenmeinungen."

Das Zitat stammt aus einem Text von Weltwoche-Redaktor Markus Somm (übrigens eine wohl tuende Ausnahme in der linkslastigen Medienlandschaft) und ist zugegebenermassen nicht ganz objektiv: Die Umschreibung der ersten (linken) Grundauffassung ist etwas negativ behaftet. Das ändert aber nichts an ihrer grundsätzlichen Richtigkeit. So lassen sich tatsächlich die allermeisten politischen Meinungen durch diese allumfassende Gretchenfrage erklären...

Montag, Juni 26, 2006

 

Spam-SMS



Heute Mittag, 12.13 Uhr geschah etwas Unglaubliches. Ich erhielt das folgende SMS:

Last minute Angebot! 50% auf Ihren Lieblingsartikel und 30% auf den Rest Ihrer Bestellung (Code 3851 telefonisch unter 0848-848-506 oder unter laredoute.ch)

Wurde durch diese simple Botschaft bei mir das SMS-Spam-Zeitalter fulminant eingeläutet? Ist das der Anfang einer Spam-Epidemie per SMS, wie sie im E-Mail-Verkehr seit längerer Zeit traurige Realität ist? Müssen die hiesigen Mobilfunk-Anbieter bald für jeden Kunden Spamfilter einführen, welche letztlich dann doch nur zu 80% funktionieren und zudem gelegentlich die echten Messages mit den "spamigen" verwechseln? Und warum zum Teufel gehöre ich zur Zielgruppe einer Firma, welche vorwiegend für Damen-Unterwäsche bekannt ist?!

Fabienne meinte mal, an mir sei abgesehen von meiner sexuellen Neigung so ziemlich alles schwul. Die Werbeindustrie scheint das bei ihrer Zielgruppenzuteilung genau gleich zu sehen... (*schluchz*)


Sonntag, Juni 25, 2006

 

Dumme Anleger


Ja, es gibt sie tatsächlich, die dummen Anleger! Gut möglich, dass auch ich zu ihnen gezählt werden muss. Aber eins steht dennoch fest: SO blöd, wie ein gewisser "F. Lüthi" bin ich dann doch nicht. Dieser Lüthi hat nämlich den folgenden Leserbrief an die Zeitschrift STOCKS geschrieben:

"Ich bin erst kürzlich in den Aktienhandel eingestiegen und somit noch sehr vorsichtig. In meinem Depot befinden sich Aktien von ABB, Novartis, Georg Fischer, MAN, Schindler und Tornos mit einem Gesamtwert von 2000 Franken. In Stocks 12 loben Sie die Titel Schindler und Fischer als kaufenswert. Was ist mit den anderen? Soll ich überhaupt etwas verkaufen oder abwarten, bis die Baisse vorbei ist? Bei solch kleinen Beträgen fallen Transaktionskosten auch ins Gewicht."

Nicht, dass ich etwas gegen das von ihm gewählte stock picking einzuwenden hätte. (2 seiner Titel finden sich auch bei mir.) Aber mit 2000 Franken sechs verschiedene Titel zu kaufen ist ungefähr so sinnvoll, wie wenn ich täglich mit dem Auto an die Uni fahren würde und dabei das Bahnhof Parking benutzen würde (oder so ähnlich).

Bei Yellowtrade (nach Synthesis immerhin der zweitgünstigste aller Schweizer online-trading-Anbieter) würden diese 6 Transaktionen fast Fr. 180.- kosten (6 mal Fr. 25.- für die Courtagen plus Stempelabgaben und Spesen). Das bedeutet, dass der arme Herr Lüthi eine Performance von knapp 10% benötigt um nur mal seine Transaktionskosten wettzumachen. Wenn wir davon ausgehen, dass er sich dann noch ein Taschengeld von sagen wir Fr. 200.- verdienen möchte, benötigt er insgesamt 20%. Eine Performance, die auf dem Aktienmarkt nur in überdurchschnittlich guten Börsenjahren zu erreichen ist. 2006 dürfte kaum als ein solches in die Geschichte eingehen...

Samstag, Juni 24, 2006

 

It's a flame's world!

Nein, noch bin ich der Flammen ganz und gar nicht überdrüssig! Da ich mittlerweile über ein ausgezeichnetes Beziehungsnetz von Flammenagentinnen und -agenten verfüge, wird wieder gepunktet. Die folgende Höllenmaschine wurde von Franks - jetzt bitte nicht gleich Eiswasser meinen Rücken runterschütten, Torqui ;-) - aufgespürt und geknipst. Dieses Gefährt lehrt uns: Früh übt sich wer ein grosser Flames-Master werden will...

Doch auch der Flammen(gross-)meister persönlich hat NICHT geschlafen! Da schlendere ich nichts Böses ahnend durch die Schweizerhof-Passage, als ich SIE auf einmal vor mir sehe: Die Red-Flame-Boutique!!!


Und nun noch ein Aufruf an meine Agentinnen und Agenten: Gestern Nachmittag, gegen 16.00 Uhr soll im Berner Marzili der Träger einer Flames-Badeshorts gesichtet worden sein. Leider gibt es (noch) keinen photographischen Beweis. Wer liefert mir das Bild?!


Dienstag, Juni 20, 2006

 

Deutschland, Deutschland über alles...

Neben mir plätschert die Partie SWE-ENG (68. Minute, 1:1) vor sich hin. Ich gönne mir einen Nespresso Finezzo. Eigentlich müsste ich jetzt etwas Gescheites über Retrozessionen an externe Vermögensverwalter schreiben, aber dazu fehlt mir im Moment die Kraft... Stattdessen ziehe ich es vor, der Welt mitzuteilen warum Deutschland Fussballweltmeister werden soll:

Was für ein Start! Nach dem heutigen 3:0 gegen Ecuador haben meine Helden einen nahezu perfekten Start in die Heim-WM hingelegt. Drei deutsche Siege zum Auftakt einer WM - das gab es zum letzten Mal 1974, als die WM übrigens in (West-)Deutschland ausgetragen wurde. Moment? Das kann ja gar nicht stimmen! 1974 haben sie ja in den Gruppenspielen den "Klassenkampf" gegen die DDR mit 0:1 verloren. (Torschütze in diesem Wettringen zwischen Kapitalismus und Sozialismus war ein gewisser Jürgen Sparwasser oder so ähnlich. Sein Tor wurde glaub' ich in den folgenden 20 Jahren täglich im DDR-Staatsfernsehen ausgestrahlt...). Aber egal, für Recherchen fehlt mir ebenfalls die Kraft und ausserdem glaube ich nicht, dass irgendjemand meiner - wie ich glaube - wenig fussballinteressierten Leserschaft es noch bis hier ausgehalten hat.

(Soeben hat England das 2:1 geschossen und das Calvin Klein-Model Frederik Ljungberg eine gelbe Karte gefischt.)

Die heutige deutsche Mannschaft lässt sich ohnehin nicht mit der Truppe von 1974 vergleichen. Die Deutschen waren damals das, was heute die Brasilianer sind: die Mannschaft mit den besten Einzelspielern der Welt (der kaiserliche Jahrhundertfussballer Franz Beckenbauer, der Bomber der Nation (Kleines-Dickes-) Gerd Müller, der Maoist im Afro-Look Paul Breitner, Grabowski, Vogts, Hoeness und wie sie alle hiessen), von allen gefürchtet und verehrt zugleich, unwiderstehlich und am Ende, wenig überraschend, Weltmeister.

(Schweden gleicht aus, die Partie plätschert definitiv nicht mehr...)

Aber schauen wir doch die anderen beiden Weltmeistertitel von Deutschland an: 1954 waren die Deutschen in jeder Hinsicht die Underdogs. Keine 10 Jahre nach dem Krieg waren sie überall auf der Welt verhasst (in der Schweiz sind sie das zumindest fussballtechnisch ja immer noch), sie hatten eine relativ schlecht trainierte Truppe von Kriegsheimkehrern und dennoch schlugen sie am Ende im Wunder von Bern die haushoch favorisierten Ungarn. Die Deutschen "waren wieder wer" und die westdeutsche Wirtschaft begann zu boomen...

(SWE-ENG 2:2-Endstand. Damit treffen Schweden und Deutschland im Achtelsfinal aufeinander. Als es dies zum letzten Mal gab, gewann Deutschland 4:2 und wurde anschliessend Weltmeister!!! Hat jedenfalls der Kommentator soeben gesagt...)

1990. Das Schicksalsjahr der jüngeren deutschen Geschichte. Die Mauer ist gefallen, Ost und West vereinigen sich wieder. Einmal mehr fügte sich der Weltmeistertitel wundersam in den Lauf der Geschichte ein...

Und heute? Nach einem verlorenen Jahrzehnt des Abstiegs in die wirtschaftliche B-Liga aber mit einer neuen, strahlenden Kanzlerin und den ersten Zeichen des Aufstiegs am Horizont braucht das Land nichts so sehr wie den Weltmeistertitel! Klar haben sie (abgesehen von Ballack) keinen richtigen Star in ihren Reihen. Dafür aber haben sie eine junge, ehrgeizige, erfolgshungrige, mit vielversprechenden Talenten (Schweinsteiger, Lahm, Podolski) und einem zuverlässigen Stürmer (Klose) ausgestattete Mannschaft mit einem unglaublichen Teamgeist, welche vor allem jene Tugend zu verinnerlichen scheint, die ich den deutschen Sportlern allgemein so hoch anrechne und die sie aus meiner Sicht so sympathisch macht. Sie mögen zwar nicht mit brasilianischem Talent gesegnet sein, dafür kämpfen und kämpfen und kämpfen sie bis zum Umfallen für den Sieg. Hoffentlich auch in den folgenden Spielen, die wir noch zu sehen bekommen werden...
 

Kollege Chlodwig

Wenn ER die Party mit seiner werten Anwesenheit beehrt, steigt die Stimmung jeweils ins Unermessliche... Die Rede ist von Kollege Chlodwig! Andere nennen ihn Huldrich und wieder andere schlicht Üelu. So viel ich weiss ist der Übername Chlodwig ja auf meinem Mist gewachsen. Wie ich jetzt nach einer kleinen Recherche auf Wikipedia herausgefunden habe, bin ich leider einem etymologischen Irrtum erlegen! Hier daher mein Dementi: Bei Chlodwig handelt es sich leider nicht um die Frühform von Huldrich (was dann aber richtigerweise eine Frühform von Ulrich darstellt). Vergleicht man die historischen Varianten der beiden Namen, stellt man allerdings fest, dass ich so weit irgendwie doch nicht daneben gelegen habe. Es lässt sich dann folgende (nur leider nicht ganz korrekte) Evolution aufstellen:Chlodwig, Clovis, Chlodowech, Chlodowic, Hludowic, Huldrych, Uodalrych, Ulrich!

PS: Im Bild oben rechts sehen wir übrigens den Merowingerfürsten Chlodwig I., genannt: der Grosse (466 - 511 n. Chr.) Ist die Ähnlichkeit mit der uns wohl bekannten Partyratte nicht frappant?!

Sonntag, Juni 18, 2006

 

Blue Flames Vol. 2!

Vor einiger Zeit leitete ich hier die Flames-Saga mit der Veröffentlichung des Autos meiner Nachbarin fulminant ein. Nun wurde dieses Exemplar von Kollege und Opel-Fan El Bertone sogar in freier Wildbahn gesichtet, fotographisch festgehalten und dem unvergleichlichen (da great one) Flammen(gross)meister zugestellt. Man sehe und staune:


 

Gerzensee

Vor zwei Wochen durfte ich ja am Swiss Program for Doctoral Students in Law and Economics 2006 am Study Center Gerzensee teilnehmen. Name des Seminars: Introduction to the Economic Foundations of Law and Business. Der Kurs fand unter der Leitung von Prof. Robert D. Cooter, University of California, Berkeley statt. Die illustre Teilnehmerschaft bestand aus Doktorandinnen und Doktoranden folgender Nationalitäten: Polen, Mexiko, Niederlanden, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Italien, Österreich, Russland, Spanien, Israel und USA (wenn wir Mr. Cooter auch einbeziehen).

Just a few words zu dieser Woche: die Location ist fantastisch, das Essen ein kulinarischer Höhenflug (morgens grosses Buffet, mittags und abends immer verschiedene 3-Gang-Menus zur Auswahl), die Stimmung ist locker, der Kurs hoch interessant, der Professor genial und sehr sympathisch (Ein Zitat: "Growth is everything..."), der Bären in Gerzensee schenkt gutes Calanda aus.

Schliesslich ein paar Erkenntnisse, die ich - abgesehen von der Einführung ins Neuland Law and Economics - machen konnte: auch angehende Professorinnen und Wirtschaftsanwältinnen können sich unglaublich für Tischfussball begeistern, in Frankreich kann man als 30-Jährige bereits gestandene Professorin sein, Süditaliener sind mindestens so schlimm wie ihr Klischee sie darstellt, Süditaliener machen Östereicherinnen an - aber nur wenn sie angetrunken sind, Süditaliener haben keine Probleme sich im Weinkeller des Hotels mit edlen Tropfen einzudecken, wenn ihnen die eigenen ausgegangen sind, Professor Benke (Autor eines bekannten Lehrbuches für Römisches Recht) ist in seiner Freizeit Szeneschwuler (mit Regenbogenfahne am Fahrrad) und militanter Feminist, Amerikaner interessieren sich durchaus für Fussball und zu guter letzt eine frustrierte Frage: Warum wirken die Deutschen neben uns kleinen Schweizern immer so verdammt intellektuell?!



Donnerstag, Juni 15, 2006

 

Flip-Flop-Flames!

Vorgestern von Fabienne an der universitas bernensis entdeckt, geknipst und dem Herr der Flammen zugestellt: Die Flip-Flop-Flames. Trägerin dieses Prachtexemplars ist übrigens nicht die an dieser Stelle schon präsentierte Domina aus der DOK-Sendung, sondern eine gewisse Tamara, 22, appenzell-ausserrhodische Jus-Studentin an der Uni Bern...




Nachtrag für KS und solche die es grad werden wollten: Mir ist sehr wohl bewusst, dass es sich hier streng genommen gar nicht um Flip-Flops, sondern um Schlarpen handelt, aber hey?! Was für eine fantastische Alliteration (Stabreim?): Flip-Flop-Flames - das musste man ja bringen...
 

Alpamare gleich um die Ecke!

Insider-News
Wie ich neulich von Kollege Finger, welcher als Ingenieur daran beteiligt ist, erfahren habe, brauchen wir schon bald nicht mehr nach Pfäffikon ins Alpamare oder nach Le Bouveret in den Aquaparc zu flitzen, wenn wir mal wieder Geschwindigkeitsrekorde auf der Kamikaze-Rutsche brechen wollen. Im gerade entstehenden "Shopping- und Freizeitparadies" Bern Westside - übrigens die gigantischste Baustelle, die ich je mit eigenen Augen gesehen habe - wird es nämlich neben vielen, vielen anderen Dingen auch einen Aquapark geben! Zusätzlich- Malke und Lia (hihi) dürfen sich freuen - kann man es sich auch in einem grossen Wellness-Spa-Bereich gutgehen lassen.

Kann das gut gehen?
Als potentieller Konsument freue ich mich natürlich über alle diese gigantischen Shopping- und Freizeitzentren, welche in letzter Zeit in der Region Bern wie Pilze aus dem Boden schiessen: Wankdorf-Center, Mediamarkt Muri, Erweiterung Einkaufszone Lyssach, Bern Westside. Daneben nach wie vor das gute alte Shoppy-Land. Zwar ist mir jene ökonomische Gesetzmässigkeit bekannt, wonach ein grösseres Angebot bis zu einem gewissen Grad auch eine grössere Nachfrage schafft. Trotzdem frage ich mich: Werden all diese Projekte jemals rentieren? Der Kanton Bern ist ja nun nicht gerade dafür bekannt, ein wirtschaftliches Ballungszentrum zu sein...

Mittwoch, Juni 14, 2006

 

Lovely Doris im Bundesrat


Heute wird sie also in den Bundesrat gewählt. Mangels Zeit und weil es so treffend war, publiziere ich hierzu einen Kommentar von Jan Schumacher:

Mit Verlaub, aber Doris Leuthard ist keine gute Bundesratskandidatin. Wieso? Na ja, ein Blick in die lange Liste ihrer abgeschlossenen grossen Projekte genügt. Sie ist leer.Doris Leuthard könnte man als Fleisch gewordenen Zeitgeist bezeichnen. Sie versteht es perfekt, politische Stimmungen aufzufangen. Aber deshalb wirkt sie oft banal. Ich nenne es opportunistisch. Z.B. die scheinbar politisch doch so sinnvolle Fusion der politischen Mitte zwischen FDP und CVP. Das ist ein Longchamp- Projekt, und tönt wohl deshalb so avantgardistisch. Aber FDP, Liberale, und CVP, hoffentlich Christdemokraten, passen nie und nimmer zusammen. Leuthard findet die Idee aber interessant. Nota bene, Longchamps ist Sozi. Im Parteiprogramm will sie liberal-sozial gelten. Das C ist im Moment politisch nicht opportun, also wird es verleugnet und wegdiskutiert. Doch das C ist der CVP Existenzberechtigung. Die Swisscomprivatisierung ist das jüngste Beispiel für Leuthards Opportunismus. Nein, keine Privatisierung der ganzen Swisscom. Aber über Teilbereiche könne man nach der Abstimmung reden... Das ist ökonomischer Schwachsinn. Hinzu kommt, dass Leuthard Juristin ist. Komisch, sobald 4 Katholiken oder nur 1 Romand im Bundesrat sind, geht ein Raunen durchs Land. Die Tatsache, dass 6 von 7 Juristen sind, scheint niemanden zu stören. Im Bundesrat ist keine ökonomische Kompetenz zu finden. Wirtschaftsprofessor Deiss war der einzige. Ein Volkswirtschaftsdepartement muss man aber nach volkswirtschaftlichen Prinzipien lenken, unter dem Gesichtspunkt von Wachstum und Effizienz. Schon das alleine würde gegen Leuthard sprechen (oder wie kann man ihre Haltung zur Swisscomprivatisierung anders erklären?).Ein paar gewonnene kantonale Wahlen sind kein Leistungsausweis, Leuthard müsste zuerst den Beweis auf der nationalen Ebene bringen, bevor man das Wagnis Bunderat eingehen kann.Lovely Doris würde gut daran tun, ihren Verzicht auf den Bundesratssitz zu erklären. Wenn sie erst einmal zerredet ist, ist der Lack ab, und sie wird den Weg eines Philippe Stähelin oder gar Adalbert Durrer gehen. Besser zuerst eine Wahl gewinnen.Warum ich als Freisinniger nicht entschieden für eine Kandidatur Leuthard bin, denn dann serbelt die CVP wieder und unser zweiter Sitz ist auf Jahre hinaus gerettet. Ganz einfach, unser Land braucht eine starke Mitte und damit Christdemokraten.

Dem habe ich nichts anzufügen...

Dienstag, Juni 13, 2006

 

Svens WM-Wette

Liebe Freunde! Nehmt euch einen Klick Zeit und besucht die Website von Sven! Da ist man doch gerne hilfsbereit (lechz). Mal sehen, ob er (bzw. SIE) Wort hält...
 

Da Return of Jacob Zuma

Vor 2 Monaten berichtete ich hier über den bemitleidenswerten ehemaligen südafrikanischen Vizepräsidenten Jacob Zuma, welcher aus soziokulturellen Gründen zur Vergewaltigung einer jüngeren Frau "verpflichtet" war. Er wurde jüngst freigesprochen! Offenbar gelang es seinem Anwalt, den Richtern glaubhaft zu machen, der Geschlechtsverkehr sei einvernehmlich erfolgt. Und es kommt sogar noch dicker: Zuma - mittlerweile wieder im Amt als Vizepräsident der südafrikanischen Regierungspartei ANC - ist offenbar daran, mittels Intrigen gegen den amtierenden Präsidenten die dortige Polit-Szene massiv aufzumischen. Meine Vermutung: Zuma will so schnell wie möglich an die Spitze der Regierung, um bis im Herbst präsidiale Immunität zu geniessen. Da erwartet ihn nämlich die nächste Gerichtsverhandlung. Nein, nicht Vergewaltigung, sondern Korruption lautet diesmal der sicherlich "aus der Luft gegriffene" Vorwurf...

Freitag, Juni 09, 2006

 

Meine Halo-Einweihungsparty



Nein, liebe Leserinnen und Leser, bei dieser merkwürdigen Truppe handelt es sich nicht etwa um die demaskierten Hard-Rocker von Lordi. Vielmehr präsentieren sich hier die vier geladenen Gäste meiner gestrigen offiziellen Halo-Einweihungsparty: Snypi, Analis, Doomhammer und Angus (v.l.n.r.); leider nicht im Bild (weil hinter der Kamera): Erlöser (the one and only).

Bevor das muntere Niedermetzeln und Blutvergiessen in den Spielwelten von Halo 1 und Halo 2 seinen verhängnisvollen Lauf nahm wurde ich mit einem Meter Bier beschenkt (nochmals herzlichsten Dank - mein WM-Bedarf ist damit sichergestellt) bzw. es wurde mittels Champagner auf Vigäs Prüfungserfolg angestossen. Letzterer zeigte sich dabei derart spendabel, dass er auch meinen bis dahin tadellosen Parkett-Zimmerboden an der Sause teilhaben liess (Zitat: i ha NÜÜÜÜT gmacht!!!)... Dem Schämpis sollten später noch ein paar Centiliter Cardinal Draft folgen - Kusi wurde gerade von einem Bungie und einem Ghost gleichzeitig massiert und war daher unachtsam - aber was soll's? Die Abtrocknungstücher waren schnell zur Stelle, auch wenn sich meine Mitbewohnerin heute über deren seltsamen Geruch wunderte.

Auch in Team-Matches hauten wir uns gegenseitig die Schädeldecken ein, wobei mir noch immer ein Rätsel ist, wie Snipy/Analis/Erlöser gegen die numerisch unterlegenen Angus/Doomhammer zum Teil deutlich auf den Sack bekommen konnten. Vermutlich lag's an der Angus zu Teil kommenden Rundumsicht, welche er als einziger dem zusätzlich beschafften Bildschirm (Lias Mini-TV) verdankte. Ich verdanke den Jungs - abgesehen von einem tollen Abend - auch die Tatsache, dass seit gestern Abend vermutlich meine gesamte Nachbarschaft von meiner Anwesenheit Kenntnis genommen hat...

PS: Schnapp dir es Päd!

Erlöser - off

Donnerstag, Juni 08, 2006

 

Sarkawi tot!?


Den Tod verdient
Zum ersten Mal in meinem Leben freue ich mich über den Tod eines anderen Menschen! Dieser Mensch hat meines Erachtens nämlich nichts anderes als den Tod verdient. Wenn die Meldungen der Wahrheit entsprechen, wurde der jordanische (im Irak "arbeitende") Top-Terrorist Abu Mussab al Sarkawi gestern Abend bei einem amerikanisch-irakischen Angriff auf die Stadt Barkuba getötet!

Schrecklich berühmt
Sarkawis steiler Aufstieg an die Spitze der Bagdader Terror-Szene (ein Gang über Tausende von Leichen) begann mit einem Ereignis, welches die Welt erschütterte. Er soll es nämlich höchstpersönlich gewesen sein, welcher im Video mit der Enthauptung des jungen amerikanischen Journalisten Nicholas Berg den Säbel führte. Um mich von der abgrundtiefen Barbarei der islamistischen Terroristen zu überzeugen, habe ich mir das Tape damals heruntergeladen und angeschaut. Etwas, das ich besser nicht getan hätte - es war schrecklich. Jedenfalls sagte ich mir damals, dass ich wohl ohne Weiteres in der Lage wäre, diesen Menschen zu töten, falls ich (hypothetischerweise) jemals die Gelegenheit dazu haben sollte.

Und nun?
Selbstverständlich sind die Probleme im Irak nach dem Tod Sarkawis alles andere als gelöst. (Ich möchte diese Aktion den Amerikanern auch gar nicht speziell hoch anrechnen. Bekanntlicherweise haben sie durch ihren Angriff auf den Irak Karierren wie jene von Sarkawi überhaupt erst möglich gemacht.) Vermutlich werden nach der Tötung der Hydra Sarkawi schon bald sieben neue Terrorfürsten in Erscheinung treten. Immerhin aber können sich jetzt die Eltern von Nicholas Berg, welche die Enthauptung ihres Sohnes damals live im Fernsehen mitverfolgen "durften" darüber freuen, dass es vielleicht doch so etwas wie Gerechtigkeit gibt...

Dienstag, Juni 06, 2006

 

Flames - The Story continues!

Der Flames-Contest nimmt bizarre Formen an...
Da ich auf meiner unermüdlichen Suche nach den krassesten Flames mit den Kollegen Torquenstein und Darud auf mächtige Konkurrenz getroffen bin, muss ich mir diesbezüglich wiedereinmal ein paar Punkte sichern.

Beginnen wir mit einem meiner Leserschaft nicht unbekannten Prachtsexemplar: Die legendären Flammenschuhe des Don Lo:



Ein weiteres Schmuckstück kam kürzlich Gebruder Räbeli auf dem Grenchen International Airport (LSZG) vor die Linse: Nennen wir es einmal flying flames!



Und schliesslich noch etwas wirklich Haarsträubendes: das kürzlich auf DOK (SF1) ausgestrahlte Domina-flames-Outfit:




Tja, ich würde sagen, der Gross(flammen)meister hat massiv vorgelegt. Darud und Torqui werden Mühe haben, dies zu toppen...

Sonntag, Juni 04, 2006

 

Linke Medien?


Links der Mitte
Was von Kollege Aeby offenbar immer wieder in Abrede gestellt oder zumindest bezweifelt wird, ist für mich absolut offensichtlich: Die Schweizer Medienlandschaft steht tendenziell links. Nicht dass der Schnitt aller Redaktorenmeinungen der hiesigen Tageszeitungen in einem klassischen Links-Rechts-Schema gerade bei der SP aussen anzusiedeln wäre. Aber links der Mitte (d.h. jenem virtuellen Punkt, an welchem der Durchschnitt aller politischen Abstimmungesentscheide des Schweizer Stimmvolks anzusiedeln wäre) läge er mit Sicherheit. Das kann man gut oder schlecht finden, abstreiten lässt es sich kaum. Oder hat in der letzten Zeit mal irgendjemand der Schweizer Presse ernsthaft vorgeworfen, rechts zu stehen? Eben.

Über die Chancen einer "neutralen" Untersuchung
Trotzdem ist mir natürlich klar, dass eine solche Erkenntnis höchst subjektiv ist, zumal sie sich ja aufgrund der persönlichen Wahrnehmung ergibt. Interessant und vor allem überzeugender wäre in der Tat eine "von neutralen Wissenschaftlern" durchgeführte Untersuchung der politischen Haltung unserer Medien. Problematisch nur, dass sich hierzu keine "neutralen Wissenschaftler" finden werden. Oder kennt jemand einen Politologen ohne politische Meinung? Wie ich letzte Woche von einem politisch eher linken Kollegen erfahren habe, gilt beispielsweise das renommierte bernische Institut für Politikwissenschaften als sozialistische Hochburg.

Kleiner Rückblick
Mangels anderer Quellen wage ich daher eine eigene, unwissenschaftliche und vor allem bloss summarische Untersuchung. Man nehme die aus meiner Sicht wichtigsten eidgenössischen Abstimmungsvorlagen der letzten 2 Jahre (sofern sie sich einigermassen in ein Rechts-Links-Schema einordnen lassen) und vergleiche den Ja-Stimmen-Anteil in der Bevölkerung mit der (von mir geschätzten) Haltung der grossen Tageszeitungen in der entsprechenden Frage:

Personenfreizügigkeit
Zustimmung des Volkes: 56%
Zustimmung der grossen Tageszeitungen: 100%

Schengen/Dublin
Zustimmung des Volkes: 54,6%
Zustimmung der grossen Tageszeitungen: 100%

Mutterschaftsversicherung
Zustimmung des Volkes: 55,5%
Zustimmung der grossen Tageszeitungen: 100%

Bürgerrechtserwerb von Ausländern der Dritten Generation
Zustimmung des Volkes: 48,4%
Zustimmung der grossen Tageszeitungen: 100%

Erleichterte Einbürgerung
Zustimmung des Volkes: 43,2%
Zustimmung der grossen Tageszeitungen: 100%

Sämtliche Vorlagen wurden von der SP zur Annahme empfohlen. Es fällt auf, dass auch bei den abgelehnten Vorlagen sämtliche grossen Tageszeitungen dieses Landes "am Volk vorbei politisierten" und in schon fast langweiliger Einstimmigkeit für ein Ja plädierten.

Weitere Indizien
Selbstverständlich ist damit nicht bewiesen, sondern höchstens indiziert, dass die Schweizer Medienlandschaft links tickt. Ein indiskutabler Beweis ist - wie oben erwähnt - schwierig bis unmöglich zu erbringen. Daher ein paar weitere, willkürlich ausgewählte Indizien: Man erinnere sich an die Abstimmung über den UNO-Beitritt der Schweiz vom 3. März 2002, welcher von links unterstützt und von rechts bekämpft wurde. In den Monaten vor der Abstimmung brachten beispielsweise der Bund und der Blick viele Seiten umfassende Serien über die historischen Verdienste der UNO und die grossen Vorteile des längst überfälligen Beitritts. Zufall? Wohl kaum. Den besten Beweis (welchen ich auf die Schnelle im Netz finden konnte) dafür, dass auch die "stärkste Zeitung der Schweiz" links steht, liefert ein Ausschnitt eines im (unbestrittenermassen linken) Tagi erschienenen Interviews mit Michael Ringer:
TA: Aber wie steht es mit der Macht? Der «Blick» ist eine der wenigen
Boulevardzeitungen weltweit, die eher links stehen.

[...]

TA: Ist der tendenziell linke Kurs des «Blicks» kein verlegerischer
Entscheid?


Einen schönen Beweis für ihre linke Haltung liefern auch jene Tageszeitungen, welche die wohl leicht rechts der Mitte anzusiedelnde, weil konsequent liberale Weltwoche als "rechtes Kampfblatt der SVP" bezeichnen.

Beim Fernsehen das selbe Bild
Auch das Schweizer Fernsehen macht kein Geheimnis aus seiner Sympathie für die Linke, wenn es etwa den sozialdemokratischen Politologen Claude Longchamp als "neutralen" Experten sämtliche Wahl- und Abstimmungsergebnisse kommentieren lässt. Und die politische Haltung des Machers der (an sich ganz lustigen) mittlerweile eingestellten Polit-Satire-Sendung Viktors Spätprogramm dürfte ohnehin allen bekannt sein...

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