Mittwoch, August 30, 2006

 

"Brückenbauer" Bernhard Pulver und die KOSA-Initiative


Vor den Regierungsratswahlen wurde er uns - nicht selten auch von sich selbst - gerne als Brückenbauer angepriesen. Nicht zuletzt deshalb dürfte ihm auch ein exzellentes Wahlresultat geglückt sein. Tatsächlich scheinen wir es bei ihm nicht mit einem verbohrten Linken aus der Hammer+Sichel-Fraktion zu tun zu haben, sondern mit einem Mann, der den Kompromiss liebt. Entsprechend positiv überrascht war ich denn auch über Pulvers Mitgliedschaft im überparteilichen Komitee "Nein zur unsinnigen KOSA-Initiative".

Bei genauerem Hinsehen, entpuppt sich seine Mitgliedschaft im Nein-Komitee indessen als knallhartes politisches Kalkül. Wäre Pulver nämlich (wie seine Genossen von der SP) für die KOSA-Initiative, hätte der Kanton Bern schweizweit die einzige Regierung, welche sich nicht gegen die Initiative stellen würde. Dies würde einiges Aufsehen erregen und könnte die rot-grüne Regierung in Verruf bringen. Indem sich aber Pulver dem Gegner-Lager anschliesst, schlägt die linke Regierung zwei Fliegen mit einer Klappe: der Kanton Bern wird nicht - was ziemlich peinlich wäre - der einzige Schweizer Kanton, der die Initiative unterstützt, und gleichzeitig dürfen die drei SP-Vertreter der Regierung ohne Konsequenzen für die Initiative werben und verscherzen es sich damit auch nicht mit ihren Stammwählern! Seine eigenen Wähler hält der gewiefte Taktiker mit der Aussage bei der Stange, dass er die AHV lieber mit einer Energiesteuer sanieren wolle.

Tatsächlich, der Mann baut Brücken! Die KOSA-Brücke führt allerdings nicht über den Fluss, sondern steht vollständig am linken Ufer...
 

Vom Unsinn der KOSA-Initiative

In seinem lang ersehnten ersten (und hoffentlich nicht letzten) Gastauftritt auf Smythe Style erklärt uns smiling catilina, was tragischerweise über 60% der Stimmbevölkerung noch nicht begriffen haben: Die Annahme der KOSA-Initiative würde unserem Land schaden!

Ungerechtigkeiten der KOSA-Initiative
Die KOSA-Initiative will die Nationalbankgewinne für die AHV nutzen. Nationalbankgewinne sind Volksvermögen. Deshalb sollen alle davon profitieren, argumentieren die Initianten. Auch die Jungen profitieren, wenn die Renten nicht sinken und wenn die Mehrwertsteuer nicht erhöht werden muss, lautet ein weiteres Argument. Dass Nationalbankvermögen Volksvermögen ist, ist unbestritten und wurde uns ja jahrelang von der SVP um die Köpfe geschlagen. Dass dieses Volksvermögen aber gleichsam allen zu Gute kommt, wenn es in die AHV fliesst, ist falsch, argumentiert in der NZZ Professor Monika Bütler, St. Galler Ökonomin und zweifache Mutter. Sowohl Familien, Junge und bedürftige ältere Menschen gehen leer aus, auch wenn die Nationalbank die versprochenen 1.5 Milliarden Franken pro Jahr abliefern kann, was wohl per se eine starke Illusion ist: Keine Bank, kein Vermögensverwalter, kein Treuhänder wird seinem Kunden jemals einen konkreten Performancebetrag versprechen können. Warum sollte dies die Nationalbank dem Volk garantieren können...

Ein Tropfen auf dem heissen Stein
Erstens machen diese 1.5 Milliarden nur einen ganz kleinen Teil, nämlich 3 Prozent der ganzen AHV-Ausgaben im Jahr 2025 aus (heute etwas weniger als 5 Prozent). Dies entspricht etwa 0.75 Mehrwertsteuerprozenten. Der AHV-Fonds wird durch die Nationalbankgewinne halt einfach 4 Jahre später in die roten Zahlen kommen. Zudem würde laut den Initianten der Barwert aller zukünftigen Nationalbankgewinne es erlauben die notwendigen Reformen der AHV um 10 Jahre zu verschieben. Zudem soll es die Initiative erlauben, die Renten langfristig zu sichern. Das Problem ist nur, nach 10 Jahren, 2016, ist mit dem Barwert das ganze Volksvermögen ausgegeben. Die AHV ist dann so arm, wie wenn sie gar nie Nationalbankgewinne erhalten hätte. Nur: dann gibt es kein Volksvermögen mehr, welches die Renten langfristig sichert. Also versprechen uns die Initianten, das Geld gleich zweimal auszugeben. Aber dann haben wir ein Problem: Die notwendigen Reformen sind entweder Beitragserhöhungen oder Rentenkürzungen. Bei einer immer älter werdenden Gesellschaft sind Rentenkürzungen unwahrscheinlicher. Dies ist zumindest eine Belastung des Generationenvertrags, wenn nicht eine Verletzung, sind doch die Rentner dann die kinderarmen Babyboomer.

Unsozial
Zweitens, würden die Nationalbankgewinne gleich an die Bevölkerung verteilt, wären das bei 1.5 Milliarden Franken 200 pro Kopf. Eine vierköpfige Familie erhielte 800 Franken. Würden die Nationalbankgewinne dazu eingesetzt, die besagten 0.75% Mehrwertsteuer zu senken, erhielte die Familie, -nach Verbrauchserhebungen bei einem Bruttoeinkommen von 100'000 Franken, was nicht viel ist, wenn beide arbeiten - lediglich 250 Franken. Eine ärmere Familie erhielte noch weniger. Für ärmere Rentner sind die Mehrwertsteuerersparnisse ebenfalls klein. Durch die Initiative werden aber den Kantonen Mittel entzogen, welche für Bildung, Forschung und Infrastruktur verwendet werden könnten. Familien würden noch einmal zusätzlich leiden.

Geschenk an die heutigen, reichen Rentner
Drittens, werden die Nationalbankgewinne dazu eingesetzt, die Leistungskürzungen aufzuschieben, müssen nicht die ärmeren Rentner unbedingt davon profitieren. Bezüger von Ergänzungsleistungen und Rentner mit tiefem Einkommen profitieren bei einem Verzicht auf Kürzung überhaupt nicht. Hier wirken eben schon die Ergänzungsleistungen.
Es ist besonders störend, dass die Initiative Erträge aus Volksvermögen verwendet. Wie dargelegt wurde, profitieren davon vor allem heute lebende reichere Rentenbezüger, während Ärmere, Familien und Junge das Einsehen haben. Nicht zuletzt könnte die Initiative das Problem verschärfen, da durch die Kürzungen in den Kantonen das Kinderkriegen einmal mehr bestraft würde.

 

Hände weg von Mike Shiva!


Mein Held Mike Shiva: Eben noch ein harmloser Auftritt mit Interview am See in der people-Sparte des Blicks. Nun auf einmal im Kreuzfeuer der Kritik! Ein Abzocker soll er sein, welcher auf Kosten verzweifelter Menschen Geld mache. Dabei haben seine Kritiker eines nicht begriffen: Mike und seine "Gäste" (mein persönlicher Favorit: Patrick) sind begnadete Komiker. Seine Sendungen sind Realsatire in ihrer reinsten Form! Mag sein, dass Mike ein paar verzweifelte Menschen abzockt (laut ihm berechnen sich die Fr. 4.50 übrigens nicht pro Minute, sondern pro Anruf...). Gleichzeitig aber bringen sie tausende (nicht verzweifelte) Menschen immer und immer wieder zum Lachen. Das ist doch auch etwas...

Samstag, August 26, 2006

 

Islamo-Faschismus oder: Jihad für unsere Kleinsten


Die Islamisten, ihre Ideologie, ihr Extremismus, ihr Hang zum Absoluten, ihre Verherrlichung des Todes, ihr Hass auf das ihnen Fremde, ihre grenzenlose Verachtung der Andersdenkenden, ihre Verachtung dessen, was wir als Humanismus bezeichnen und nicht zuletzt auch ihre Methoden stehen dem Nationalsozialismus in nichts nach.

Noch gilt der sogenannte Islamofaschismus als "kontroverser Neologismus", als eine umstrittene These. Dabei bedienen sich die Islamisten immer häufiger jener Methoden und Instrumente, die auch von den Nationalsozialisten angewendet und in ihrer verheerenden Wirkung geradezu perversifiziert wurden. Vielen dürften die Comics aus den NS-Schulbüchern oder aus Streichers "Der Stürmer" bekannt sein, mit welchen das deutsche Volk von Kindesbeinen an, zu "braven" Antisemiten erzogen werden sollte. Nach dem selben Prinzip funktionieren Islamisten-Websites wie awladnaa.net, welche sich speziell an Kinder richten. Darin wird etwa suggeriert, dass es im Leben das Höchste sei, sich (mit oder ohne Sprengstoffgürtel) vor einen Yankee-Bagger zu werfen und für den Jihad zu sterben. Schöne neue islamistische Welt...

Mehr zum Thema: FAZ, NZZ

Donnerstag, August 24, 2006

 

A lady-killer's tale oder: Aus dem Leben eines Womanizers

In der miesen kleinen Welt (nicht bös gemeint = Insider!) meiner Kollegen-Blogosphäre ist die morbus feminitis ausgebrochen! So entlädt sich gegenwärtig eine geballte Ladung Frust über unzählige Enttäuschungen mit dem schwachen Geschlecht.

Dass es durchaus auch anders geht, hat Kollege Wahlistar letzten Sonntag wieder einmal eindrucksvoll bewiesen und das - nebenbei - ganz ohne die Unterstützung von Kollege Mammon...

So lasset mich euch sagen, was sich Sonnabend zugetragen...

Sonntag, 20. August, 09.00: W ist auf Patrouille. Zu seinem Überwachungsrayon gehört auch die grosse Schanze: sein Lieblings-"Einsatzgebiet" (doch dies ist eine andere Geschichte...). An seiner Seite ein Kollege - nennen wir ihn Enzo.

09.15: Die Jungs diskutieren dies und das. W erwähnt wie zufällig seine gegenwärtig massiv überhöhte Libido mit entsprechendem mood for merger... Einziges Problem: keine Zielgesellschaft bzw. kein Gegenstück. Auch ein kurzes Scanning des Handy-Adressbuchs bringt für einmal keine Ideen.

09.45: Ein Kafigipfeli hat nicht die gewünschte Erlösung gebracht. Im Gegenteil! Gnadenlos spielen die Pheromones.

09.50: Zwischenstop in der "Loge", dem geheimen Kommando- und Überwachungszentrum der S. AG in den Katakomben jenseits der RBS-Metro-Station. Kurze Unterhaltung mit dem diensthabenden Officer. W schildert sein Problem.

10.oo: Heureka! Der S. AG-Kollege nennt W ein potentielles Übernahmeobjekt: Anfang 30, blond, schlank, Angestellte bei einem Grossverteiler im Zentrum von Bern, offen (in jeder Hinsicht), angeblich nymphonmanisch veranlagt. Eine Handy-Nummer wechselt ihren Besitzer...

10.15: Zurück im Einsatzgebiet Schanze. Grossmeister W hat einen verwegenen Plan geschmiedet. An die soeben erhaltene Nummer schickt er ein SMS mit folgendem Inhalt (für potentielle Nachahmer liefere ich hier den Originaltext):

"Hallo iz unbekannte! Uf guet glück dass das sms bir e schöne frou landet starte
i dä versuech... Bisch e typ, sofort sms lösche ;-) u süsch meld di doch! No
risk no fun! Und, glück gha?"

Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten! Die Holde scheint keinen Verdacht zu schöpfen und hat den Köder geschluckt. Will sagen: sie hält die Story mit dem auf gut Glück in den Äther geschickten SMS für bare Münze... (W's erster Gedanke: DFG!)

11.00: Reger SMS- und MMS-Kontakt. Bereits wurden gegenseitige Fotos ausgetauscht. (Das Bild der Holden ist im Besitz der Redaktion, wird hier aus Gründen des Datenschutzes allerdings nicht publiziert. Sorry!) Der mood for merger scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen!

11.30: W - in seiner unnachahmlich direkten Art, von der sich Mancheiner eine Scheibe abschneiden könnte - wird konkret: "Hesch luscht hütt abe eis cho zieh?". Sie hat Lust... Man verabredet sich um 19.00 Uhr irgendwo in Bern downtown.

11.45: W stört den Schreibenden mittels Telefonanruf aus der Loge in seiner sonntagmorgendlichen Ruhe. Er beginnt seine Schilderungen mit dem Satz: "Hütt Abe gani ga ***!". Danach werden die Ereignisse gemäss obiger Darstellung geschildert... Der Schreibende staunt und wünscht einen "schönen" Abend...

19.00: Da Date! Das Übliche halt: man trinkt etwas, redet über Gott und die Welt...

20.30: Man versteht sich gut und findet sich... interessant. W schwärmt von seiner tollen neuen Wohnung, die sich gerade in Fertigstellung befinde. Dass müsse sie fast gesehen haben. Findet sie auch, weshalb man kurzerhand die Location wechselt.

21.00: Wohnungsbesichtigung. Frau ist begeistert. W findet, dass auch seine aktuelle Wohnung so schlecht nicht sei. Erneuter Wechsel der Location...

22.00: Lange Unterhaltung auf dem Sofa zu einem guten Glas Wein. W "vergisst" die Holde daran zu erinnern, dass der letzte Bus in die Stadt zurück um 23.50 fährt. Welch schrecklicher Zufall!

00.00: Die Holde findet, dass das ja also wirklich ein unglaublicher Zufall gewesen sei mit diesem SMS heute morgen. Wie im Film sei es. Scheinheilig bekundet W, dass er das auch finde und ergänzt: "Nume dr Fiumkuss fäuht no!" Er fehlt nicht mehr lange... (Und dies alles kaum 12 Stunden nach Versand des oben zitierten SMS...)

[Der folgende Part darf aus Gründen des Jugendschutzes nicht wiedergegeben werden.]

02.30: W hat die Holde im R32 nach Hause gefahren und ist wieder in seiner Wohnung zurück. Erschöpft lässt er sich in die Federn fallen und sagt sich: "DFG - das hat wirklich etwas..."


Montag, August 21, 2006

 

El Bertone hunting Flames...

Der grosse, der mächtige, der unvergleichliche, da great one EL BERTONE hat zugeschlagen. Die Zeit der Camouflage-Shorts mag zwar vorbei sein, nicht so die Zeit der Flames! Letzten Donnerstag, unten in der Matte, war "El" besonders aufmerksam und liess untenstehenden Lieferwagen nicht entkommen:



"El" hat sich auch Ferien gegönnt. Sagt man... Im 17. deutschen Bundesland. Sagt man... Doch auch im Urlaub, entgeht seinem wachsamen Adlerauge einfach nichts. Nicht das geringste Flämmchen und sei es noch so klein. Hier der Beweis, welcher vermutlich in der berühmten, Schaumwein ausschenkenden Bar "American Table Dance" in El Arenal sichergestellt werden konnte...


Samstag, August 19, 2006

 

Rot-Grün gegen Strommarkt-Liberalisierung!

Und wieder eine Verfehlung der linken Berner Regierung!

Das Opfer sind diesmal die BKW, eines der grössten und erfolgreichsten Energieunternehmen der Schweiz und erfreulicherweise - nomen est omen - im Kanton Bern angesiedelt. Entsprechend ihrer Genossen, welche auf Bundesebene die längst überfällige Privatisierung der Swisscom bekämpfen, stellen sich die linken Verhinderer im Kanton Bern erfolgreich gegen den Verkauf der Aktienmehrheit des Kantons an den BKW. Und dies just in einer Zeit, in der den Energie-Firmen eine grosse Zukunft bevorsteht und in welcher sie nichts nötiger hätten als ausreichenden unternehmerischen Spielraum. (Performance der BKW-Namenaktie in den letzten 3 Jahren: 283.34%!)

Ein FDP-Postulat hätte die Reduktion des Aktienanteils auf (noch immer beachtliche) 34% verlangt. "Viel zu liberal!" fand die rot-grüne Regierungsratsmehrheit unter der Federführung von Barbara Egger und gab bekannt, nicht auf den Vorschlag eintreten zu wollen. Als fadenscheinige Begründung gab man an, im Vernehmlassungsverfahren hätte es überwiegend kritische Reaktionen gegeben. Dabei wurde das Postulat nicht nur von Wirtschaftsverbänden unterstützt, sondern auch von FDP und SVP, welche - sofern geeint auftretend - zusammen immer noch die stärkste politische Kraft im Kanton darstellen. (Die SVP hatte zwar einige - für mich übrigens nicht nachvollziehbare - Vorbehalte angebracht, wäre aber grundsätzlich dafür gewesen.)

Gegner machten in der Vernehmlassung geltend, ein Verkauf könnte sich negativ auf die Randregionen und auf Versorgungssicherheit auswirken. Genau wie bei der Diskussion um die Swisscom-Privatisierung werden hier von linker Seite völlig unbegründete Ängste um den Service public geschürt. Davon abgesehen, dass man die auf dem Spiel stehenden Interessen auch durch gesetzliche Massnahmen schützen könnte, ist der wahre Grund für die Ablehnung des Aktienverkaufs anderswo zu suchen: Einmal mehr scheiden sich die Geister an der altbekannten Gretchenfrage, wieviel Staat denn unser Land braucht. So überrascht es wenig, dass die Entstaatlichung der BKW von linker Seite zu verhindern versucht wird. Dass man nun aber bei diesem niederträchtigen Unterfangen auch noch Erfolg zu haben scheint (das letzte Wort ist zum Glück noch nicht gesprochen), ist mitunter ein "Verdienst" der neuen Berner Regierung...

Freitag, August 18, 2006

 

Heute im Beobachter

Wegen Schweizer Beamten, welche in Kasachstan offenbar sowjetische Allüren angonommen haben, erscheint meine Familie in der neusten Ausgabe des Beobachters.

Ich erinnere mich noch gut, wie niedergeschlagen Genja vor einem halben Jahr war, als sie vom negativen Visumsentscheid erfahren hatte. An die sowjetische staatliche Willkür gewohnt, welche in Kasachstan offenbar noch immer vorherrscht, wollte sie - desillusioniert - schon alles aufgeben.

Nicht ohne Stolz muss ich hier erwähnen, dass ich ihr damals gesagt habe, sie brauche sich überhaupt keine Sorgen zu machen. Gegenüber Schweizer Behörden stehe einem bei willkürlicher Behandlung selbstverständlich der Rechtsweg offen. Der da gewesen wäre: Einsprache machen, Verfügung des Bundesamtes für Migration verlangen, Beschwerde ans EDA, allenfalls Verwaltungsgerichtsbeschwerde oder staatsrechtliche Beschwerde ans Bundesgericht. Schliesslich war dies alles gar nicht nötig: Der Druck des bedeutendsten Schweizer Konsumentenmagazins war stärker...

Donnerstag, August 17, 2006

 

Hohler Franz

Kein Wunder, dass ihm selbst von seinem politischen Widersacher Viktor Giacobbo satirisches Talent attestiert wurde: Wenn Christoph Mörgeli in der aktuellen Ausgabe der Weltwoche in seiner gewohnt zynischen Art über das peinliche Manifest der 700 Schweizer Kulturschaffenden herzieht, wird im Text - scheinbar zufällig - aus "Franz Hohler" auf einmal "Hohler Franz"... ;-D


(...) "Die Schweiz leidet an vorzeitigen Versöhnungen, was, genau gesehen, nichts anderes ist als Oberflächlichkeit", schrieb der 1980 verstorbene Schriftsteller Ludwig Hohl. Hohler, sein nachgeborener Komparativ, gibt den neuesten, für Linksintellektuelle geltenden Oberflächlichkeitstarif bekannt: Der kabarettspielende Cellist (oder je nach Gewichtung cellospielende Kabarettist) erzählt das Märchen von der Guten Schweiz, die unter Führung von SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey "wesentlich zur Schaffung des neuen Menschenrechtsrats der Uno beigetragen" hat. Gleichzeitig, so behauptet Hohler Franz, wolle die böse Schweiz unter der Führung von SVP-Bundesrat Christoph Blocher "die Menschenrechte an ihrer Grenze abschaffen".(...)
 

Rückblick auf den Karikaturenstreit

Schon ein halbes Jahr ist vergangen seit überall auf diesem Planeten tausende Muslime auf die Strasse gingen, dänische Flaggen verbrannten, Geschäfte attackierten und Botschaften zerstörten. Dies, um angeblich ihrem Unmut über ein paar harmlose Mohammed-Karikaturen Ausdruck zu verschaffen. Heftig wurde in unseren Medien über den sogenannten Karikaturen-Streit berichtet. Der Grundtenor damals: Wir bösen Europäer seien selbst daran schuld, dass sich die armen Muslime in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlten. Schliesslich hätten wir sie ja immer und immer wieder gedemütigt und überhaupt könne man es mit der Meinungsfreiheit auch übertreiben. Diese von mir zutiefst verachtete Haltung herrschte damals nicht nur in den Medien vor, sondern auch - und das ist noch viel tragischer - unter den Vertretern der westlichen Regierungen.

Einen wunderbaren Rückblick auf die Episode mit den Karikaturen, welche man in 50 Jahren womöglich rückblickend als Wendepunkt der abendländischen Geschichte betrachten wird, liefert Henryk M. Broder (übrigens Gastkommentator in der Weltwoche) in seinem neuen Buch: "Kniefall vor dem Islamismus". Auszüge daraus sind in einem höchst lesenswerten Artikel des Spiegels erschienen. Darauf hingewiesen wurde ich übrigens von smiling catilina, wofür ich mich an dieser Stelle herzlich bedanke. Besser könnte man die Tragik des Westens, sein Unvermögen, der islamistischen Gefahr auch nur ansatzweise entwas entgegenzusetzen, am Beispiel des Karikaturenstreits kaum darstellen.

Für alljene, welche weder Zeit noch Lust haben, den relativ umfangreichen Artikel zu lesen, möchte ich besonders eine von Broders Thesen aufgreifen:

Die Politik des Westens (insbesondere Europas) gegenüber dem Islamismus ist vergleichbar mit jener der europäischen Grossmächte in den 30er Jahren gegenüber Nazi-Deutschland. Erneut wird eine sogenannte Appeasement-Politik betrieben, eine Politik der Beschwichtigung, des Dialoges, die aber im Grunde nichts anderes als eine Politik der Angst ist. Chamberlains Appeasement-Politik war rückblickend - da sind sich die Historiker ausnahmsweise einig - ein fataler Fehler. Braucht es wirklich wieder einen Weltenbrand mit über 60 Mio. Opfern, bevor wir erkennen, dass auch die aktuelle Politik von Westeuropa gegenüber den Islamo-Faschisten einen historischen Fehler darstellt?

Mittwoch, August 16, 2006

 

Pimp my Flames-BMX!

Wie immer, wenn ich weder Zeit noch Ideen habe, publiziere ich die neusten Eroberungen meiner Flames-Agents. Zugeschlagen hat wieder einmal Gebruder Räbeli. Oben bei den geizigen Schotten, hat er kürzlich dieses Flames-BMX entdeckt. Wow! Man war wohl damit bei Pimp my Fahrrad UK. BMX-Fanatiker Malke dürfte hier vor Neid erblassen...



Übrigens sind Flames etwas zeitlos Schönes. Gestern Abend im Openair-Kino fiel auf, dass der neurotische McCord (Steve Buscemi) in "The Island" einen Flames-Chevi fährt. Der Film spielt im Jahr 2019...

Sonntag, August 13, 2006

 

Günter Gra SS

Da lernten wir doch in der Schule, dass der Mann, welcher der Welt die "Blechtrommel" schenkte, als Jugendlicher im Dienst der Deutschen Wehrmacht stand. Dem ist nicht ganz so - die Grass-Biographien müssen umgeschrieben werden: Der "intellektuellste Deutsche" gab nämlich kürzlich öffentlich bekannt, dass er entgegen früherer Behauptungen nicht für die Wehrmacht, sondern für die Waffen-SS an der Front stand. Fragt sich nur, warum man dieses pikante Detail 60 Jahre lang geheim halten muss, um es dann aber doch nicht mit ins Grab nehmen zu wollen...

Freitag, August 11, 2006

 

Gymer Neufeld kommt an meinen Arbeitsplatz

Die Kollegen Zgraggen und Aeby, welche trotz ihrer 25 Lenze auch gerne mal einen Samstagabend an einer Gymer-Abschlussparty im Gaskessel verbringen, dürften mich beneiden. Ab nächster Woche werden sich nämlich an meinem Arbeitsplatz hunderte von GymnasiastInnen des mir wohl bekannten Gymnasiums Bern-Neufeld tummeln. Grund: Wegen Umbauten im mittlerweile über 40-jährigen Neufeld-Schulhaus, werden für das erste Quartal sämtliche SchülerInnen (und natürlich auch Lehrer) in die während der Semesterferien leerstehenden Räumlichkeiten der Uni Bern ausquartiert. Darunter auch die neuen Räumlichkeiten der UniS an der Schanzeneckstrasse, wo sich mein Arbeitsplatz befindet.

Donnerstag, August 10, 2006

 

Emeidis Partyguide-Hack im heute

Congratulations zur Medien-Präsenz! In der heutigen Ausgabe von heute, wird über Kollege Aebys Partyguide-Hack berichtet. Welch Schmach, welch Image-Schaden für die Jungs von Partyguide (a.k.a. "Jason und die Argonauten"), von denen nun die halbe Schweiz weiss, dass sie nicht nur einen schlechten Job machen, sondern zudem auch noch miese kleine Petzen sind?! Wäre zu schön, ihr Gesicht beim Lesen dieses Artikels zu sehen. In diversen Kommentaren auf emeidi.com wurde deutlich, wie heftig sie sich über ihnen missfallende Blog-Einträge enervieren können. Wie mag es dann erst aussehen, wenn das Ganze in der zweitgrössten Gratis-Zeitung der Schweiz erscheint?

Mittwoch, August 09, 2006

 

Roadpricing und die Endlösung der Verkehrsfrage

Provokativer Titel
Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich verachte jegliche Form von Extremismus zutiefst und halte den Holocaust für das schlimmste Verbrechen in der Geschichte der Menschheit. Im Übrigen liegt es mir fern, die im folgenden Artikel angesprochenen Personen oder Gruppierungen, deren Politik oder Vorgehensweise in irgendeiner Form in den Zusammenhang mit dem Dritten Reich oder dessen Verantwortungsträger bringen zu wollen. Im Titel dieses Beitrages bediene ich mich einzig und allein deshalb des Nazi-Jargons, weil ich damit in provokativer Weise meinen Senf zum wohl himmelschreiendsten Unsinn in der Geschichte der schweizerischen Verkehrspolitik abgeben will: das so genannte Roadpricing.

Böses Erwachen
Nur gerade eine Woche ist es her, dass ich in diesem Blog (leicht desillusioniert) feststellte, wie wenig es über die Aktivitäten der neuen, rot-grün-dominierten bernischen Regierung zu berichten gibt. Schon erwischte ich mich beim Gedanken, dass sich unter den neuen Machthabern womöglich ja gar nicht so viel ändern würde. Weit gefehlt! (Wie konnte ich nur vergessen, dass man den Tag niemals vor dem Abend loben sollte?!) Jedenfalls wurde ich nur wenige Tage später bei der Lektüre der Sonntagszeitung eines besseren belehrt. Dort wurde uns nämlich unter dem Titel "Kanton Bern prüft Strassenzoll" mitgeteilt, dass eine "Arbeitsgruppe mit Vertretern von Kanton, Städten, Agglomerationen und Bund" bis zum Frühjahr Grundlagen zum Roadpricing im Kanton Bern erarbeiten werde. Bestätigt wurde das Ganze von Regierungsrätin Barbara Egger (SP).

Kanton folgt Stadt
Dass nach der Stadt nun auch der Kanton auf den Roadpricing-Zug aufgesprungen ist, gibt Anlass zur Sorge. Angesichts der neuen rot-grünen Mehrheit in der Regierung des Kantons Bern war dies aber leider zu befürchten. Entsprechend wird die stadtbernische Verkehrsdirektorin Regula Rytz (GB) in der Sonntagszeitung zitiert: "Im Alleingang kann die Stadt Roadpricing nicht einführen. Ich bin froh, dass wir nun die Akzeptanz in breitem Rahmen abklären können."

Zwei Freundinnen bestimmen die kantonale Verkehrspolitik
Diesen "breiten" (will heissen: kantonalen) Rahmen verdankt sie der Unterstützung durch ihr kantonales Pendant, eben Barbara Egger, welche sich ein derartiges Vorgehen dank linker Mehrheit im Regierungsrat nun ohne weiteres erlauben kann. Vermutlich sassen die Grüne (Rytz) und die Sozialdemokratin (Egger) gerade bei einem gemeinsamen Mittags-Cous-cous im Tibits am Bahnhofplatz, als sie auf die "geniale" Idee kamen... So ist frau sich - wie einem Beitrag des Bundes zu entnehmen ist - denn auch schon einig, dass ein allfälliges Pilotprojekt "am ehesten in der Agglomeration Bern" stattfinden würde. Schöne Aussichten!

Städter lieben Roadpricing
Dass die praktisch ausnahmslos linksdominierten Regierungen und Parlamente der grösseren Schweizer Städte Projekten wie dem Roadpricing gegenüber keineswegs abgeneigt sind, es im Gegenteil in schon fast religiös anmutender Weise herbeisehnen, ist kein Geheimnis. So wies letztes Jahr das Berner Stadtparlament aufgrund eines SP-Vorstosses den Gemeinderat an, ein Roadpricing-Konzept zu erarbeiten. (Im Anschluss darauf machte - nebenbei bemerkt - eine Delegation von Regierungs- und Parlamentsmitgliedern ein Reisli nach London, um das dort angewendete Modell zu studieren...)

Kanton Bern als Katalysator?
Nach dem Linksrutsch im Kanton Bern werden derartige Bestrebungen nun aber - so viel ich weiss - zum ersten Mal auch in einem grösseren Rahmen realisiert. Auf Bundesebene, wo die Einführung von Roadpricing seit längerer Zeit geprüft wird, wartet man gemäss Christian Albrecht, Leiter der Sektion Verkehrspolitik im Bundesamt für Raumentwicklung, darauf, dass "die Initiative für die Einführung von lokaler Ebene kommt". Rot-grün sei Dank ist nun also zu befürchten, dass der Kanton Bern durch sein Roadpricing-Enforcement in dieser bedenklichen Entwicklung eine Scharnierfunktion einnimmt und damit womöglich einer gesamtschweizerischen Einführung Vorschub leistet...

Gegner und Befürworter
Warum eigentlich halte ich denn Roadpricing für - neudeutsch gesagt - bullshit? Nicht nur weil diese Zwangsmassnahme einen Verstoss gegen Art. 10 BV (persönliche Freiheit) und vor allem auch gegen Art. 82 Abs. 3 BV (Verbot von Strassengebühren) darstellt, sondern weil ich noch keinem Argument begegnet bin, welches überzeugend begründen kann, weshalb Roadpricing denn jetzt unbedingt eingeführt werden müsse. Sowohl Befürworter wie auch Gegner des Roadpricings haben natürlich ihre Argumentenkataloge. (Wen's interessiert, der kann sich entsprechend informieren: etwa beim selbstverständlich befürwortenden VCS oder beim glücklicherweise ablehnenden TCS oder natürlich bei den politischen Parteien).

Widersprüche
Besonders hinweisen möchte ich hier nur auf jene Punkte, in denen sich die praktisch ausnahmslos dem linken politischen Spektrum zuzuordnenden Befürworter des Roadpricings ins eigene Fleisch schneiden, sich in Widersprüche verstricken, wenn nicht sogar ihre ureigenen Werte verraten: Datenschutz und soziale Gerechtigkeit. So ist es für die traditionellen Verteidiger des Datenschutzes auf einmal kein Problem mehr, wenn der Staat plötzlich von jedem (motorisierten) Bürger genau weiss, wann und wo er, mit welchem Fahrzeug, wie schnell, mit wem an seiner Seite (?) gefahren ist. Auch die durch Roadpricing verursachte soziale Ungerechtigkeit - nur noch Wohlhabende könnten sich regelmässige Fahrten in die Innenstadt leisten - scheint auf einmal kein Problem mehr zu sein. Schrecklich, wie für die linken Befürworter beim Roadpricing der Zweck (Umweltschutz?) die Mittel zu heiligen scheint...

Noch besteht Hoffnung
Immerhin: noch ist nichts entschieden in der Roadpricing-Debatte. Die Tatsache, dass nur schon die Einsetzung einer Roadpricing-Arbeitsgruppe verhältnismässig heftige politische Reaktionen von bürgerlicher Seite auslöst, lässt zumindest hoffen, dass das Modell auch in Zukunft nur ein Wunschtraum der urbanen Öko-Linken sein wird. Sollte die Einführung hingegen gelingen, dann, ja dann, hätten die Gegner des motorisierten Strassenverkehrs einen weiteren, vielleicht den wichtigsten Etappensieg auf dem Weg Richtung "Endlösung der Verkehrsfrage" errungen. Eine Endlösung, welche die totale Vernich... äh... Verbannung des motorisierten Strassenverkehrs aus den Städten und urbanen Gebieten zum Gegenstand hat...

Dienstag, August 08, 2006

 

Kampf um das blaue Gold


Schon seit längerer Zeit hört und liest man immer wieder, dass die Kriege des 21. Jahrhunderts nicht um Territorien oder Erdölvorkommen, sondern um die immer knapper werdenden Trinkwasserreserven geführt würden.

Ein vielleicht erstes trauriges Kapitel in diese Richtung lieferten uns in den vergangenen Tagen die Tamil Tigers auf Sri Lanka: Die Rebellen besetzten die Wasserschleuese eines Kanals, um ein von ihnen kontrolliertes Gebiet mit Wasser zu versorgen. Dadurch wurde aber gleichzeitig ein über 15'000 Seelen zählendes Gebiet seiner Wasserversorgung beraubt und damit in eine humanitäre Katastrophe gestürzt. Die Armee startete daraufhin eine Offensive zur Rückeroberung der Schleuse. Den Kämpfen fielen über 440 Menschen zum Opfer. Heute gaben die Tigers ihre Blockade schliesslich auf.

Wenn einem - und das möchte ich nicht von mir behaupten - die Wasserkappheit in der Dritten Welt am Hinterteil vorbeigeht, kann man diese Entwicklung auch begrüssen und versuchen, davon finanziell zu benefizieren. So "überschwemmen" heute die Banken den Finanzmarkt mit verschiedensten Finanzprodukten wie Wasser-Fonds, Wasser-Zertifikaten oder anderen derartigen strukturierten Produkten. So beispielsweise die UBS mit "Perles Plus" auf den UBS Global Water Index (Valor 2 640 653).

Sonntag, August 06, 2006

 

Summer of flames...

Die warme Jahreszeit scheint sich einem jähen Ende zuzuneigen (*schluchz*). Nichtsdestotrotz blicken wir zurück auf einen in jeder Hinsicht heissen Sommer. Heiss wie Feuer. Heiss wie flames!

Meine Agenten und v.a. meine Agentinnen haben sich noch einmal mächtig ins Zeug gelegt und mir ein paar hochinteressante Schnappschüsse geliefert. Was lange währt, kommt endlich gut: darunter befindet sich nämlich auch die heiss ersehnte und schon für immer verloren geglaubte flames-Badehose! Blicken wir also staunend zurück auf einen heissen summer of flames...

Im Freibad zu Weyermannshaus gelang Agentin Lia, was vorher niemandem gelungen war: die Flames-Badehose! Und erst noch von einem Adonis (klein Rotti?) getragen...


Fast gleichzeitig war auch Gebruder Räbeli unterwegs. Er allerdings an der Aare. Da ahnte er noch nicht, dass ihm bereits jemand zuvor gekommen war. Dennoch! Hier seine Variante der Flames-Badehose:



Und wieder schlug Lia zu. Diesmal in ihren Stammlanden. Biel downtown. Irgendeine Party am Vorabend zum 1.August. Die Ähnlichkeit mit der flames tragenden, US-amerikanischen Wrestling-Legende Bam-Bam-Bigelow ist frappant. Irgendwie...

Dann schlug die Stunde von Franks. An einem Konzert lief ihr dieser modische flames-Zweiteiler vor die Linse. Einfach nur scharrrrf!

Schliesslich setzte Lia noch einen drauf und lieferte am Lago di Como den ultimativen Beweis dafür, dass flames nicht nur von GUS-Partygängern und SCB-Fans, sondern auch von Surfer-Typen aus Italien, dem Land der Mode, getragen werden... Surfing flames!


Donnerstag, August 03, 2006

 

Partei für Israel



Eigentlich wollte ich ja in einem späteren Eintrag über meine Haltung in der aktuellen Nahost-Krise berichten. Angesichts diverser Kommentare in meinem letzten Post, sehe ich mich nun aber gezwungen meine Parteiergreifung zugunsten Israels zu präzisieren:

Die Gegner Israels machen keinen Hehl daraus, dass sie das Land am Liebsten von der Weltkarte verschwunden sähen und sein Volk vernichten oder zumindest vertreiben wollen. Entsprechend richten sich ihre Angriffe praktisch ausschliesslich gegen die israelische Zivilbevölkerung.

Israel hingegen möchte grundsätzlich nichts anderes als endlich in Ruhe gelassen zu werden. Die Räumung des Gaza-Streifens hat gezeigt, dass es durchaus auch zu Kompromissen bereit ist. Seine Kampfhandlungen richten sich nicht gegen Unschuldige, sondern gegen Terroristen. Israel bekriegt - entgegen der Behauptungen unserer Aussenministerin - nicht den Libanon, sondern die Hisbollah - eine Organisation von Terroristen. Die zivilen Opfer, die durch die Kampfhandlungen entstanden sind und noch entstehen werden, sind unendlich tragisch und kaum zu rechtfertigen. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass diese teilweise auch der Hisbollah selbst zuzuschreiben sind, welche die libanesische Zivilbevölkerung bewusst als menschliche Schutzschilder missbraucht. Auch dies ein verabscheuenswertes, höchst terroristisches Gebaren.

Wenn ich mich - Neutralität hin oder her - hier also öffentlich auf die Seite Israels stelle, dann unterstütze ich damit nicht ein Land, das ein anderes Volk oder eine andere Religion (Islam?) auslöschen will, sondern ein Land, das einen Krieg gegen Terroristen führt! Im Gegensatz zum extremistischen Teil seiner Gegner, hat Israel den Palästinensern, Libanesen, Iranern oder überhaupt den Muslimen, niemals ihre Daseinsberechtigung oder deren grundsätzliches Recht auf einen eigenen Staat abgesprochen. Dasselbe dürfte man zumindest im Grundsatz auch von seinen Gegnern erwarten. Ein Frieden im Nahen Osten wäre dann nicht mehr ganz so utopisch.


 

Ceterum censeo Israel esse delendam oder: Meyer stellt sich hinter Israel!


Lieber Frank A. Meyer. Oft habe ich schon über dich abgelästert, mich über deine politischen Kolumnen enerviert und gelegentlich auch schadenfreudig über dich gelacht. Alles vergessen! Was du im letzten Sonntagsblick über die "Wunde der Welt" Israel geschrieben hast, ist das mit Abstand Beste, was ich je von dir gelesen oder gehört habe:

Die Wunde der Welt

Der «Spiegel» fragt diese Woche auf seiner Titelseite: «Kann Israel so überleben?» Das Wörtchen «so» rot gedruckt, die übrigen Wörter schwarz. Auf den ersten Blick liest man: «Kann Israel überleben?


»Die Frage nach dem Überleben Israels beinhaltet auch das mögliche Ende des jüdischen Staates. Nicht nur der «Spiegel» denkt so. Mehr und mehr wird das Existenzrecht Israels in Diskussionen ganz normaler Bürger in Frage gestellt oder gar verworfen, nicht zuletzt von jungen Menschen: «Muss dieses Israel überhaupt sein?»

Dass Europas bedeutendstes Nachrichtenmagazin das Ende Israels als denkbare weltpolitische Variante zur Titelzeile macht, ist der bisher grösste Propaganda-Erfolg der Feinde des hebräischen Staates.

Darauf ist ihr ganzes Trachten gerichtet, von der Hisbollah bis zur Regierung in Teheran: bei den westlichen Demokratien Zweifel am Sinn der Existenz Israels zu wecken.

Die Terroristen können Israel nicht besiegen. Auch der Iran kann den militärisch mächtigen Feind nicht ausradieren – noch fehlt den Mullahs die Atombombe.

Also bleibt vorerst nur die Möglichkeit, Israel in unseren Köpfen und Herzen zu zerstören: Wir sollen am Sinn seiner Existenz zu zweifeln beginnen; wir sollen uns eine Welt ohne Israel vorstellen können; wir sollen den Tausch «Israel gegen Frieden» erwägen.

Wie wird die schleichende Relativierung von Israels Existenzrecht betrieben? Durch systematische Provokationen, seit Jahren, allmonatlich, wöchentlich, manchmal täglich: Raketenangriffe auf israelische Wohngebiete, neuerdings sogar auf Haifa, Selbstmordattentate in israelischen Cafés und Pizzerias, in Autobussen und Vorortzügen.

Bis Israel militärisch reagiert.

Das tat es jetzt im Libanon, gegen die Terrororganisation Hisbollah, die von Teheran geführt, finanziert und mit Raketen versorgt wird. Der Libanon ist das Aufmarschgebiet des Iran gegen Israel.

Jetzt sieht es ganz danach aus, als walze die israelische Armee mit sinnloser Brutalität den wehrlosen Nachbarn nieder. So suggerieren es die Bilder, die um die Welt gehen: tote Kinder, trauernde Mütter, empörte Männer. Der Goliath Israel gegen den David Libanon.

Krieg ist Krieg. Wer ihn führt, und sei es zur Selbstverteidigung, macht sich schuldig. In diese Falle ist Israel getappt – es macht sich schuldig. Die Medien verbreiten die Botschaft vom jüdischen Bösewicht rund um den Globus.

Das entspricht ganz der Strategie der islamistischen Propaganda: Die westliche Welt soll an Israel irre werden, soll Täter und Opfer verwechseln.

So werden aus den Terroristen des Nahen Ostens in unseren Medien Freiheitskämpfer. Vergessen sind die systematischen Anschläge auf israelische Zivilisten, auf Frauen und Kinder in Cafés und Pizzerias, in Autobussen und Vorortzügen.

Was wäre unsere Reaktion auf solche Angriffe, zum Beispiel von deutschem Gebiet aus auf Zürcher Agglomerationsgemeinden, ja auf die Innenstadt? Was wäre unsere Antwort auf Selbstmordattentäter aus dem Nachbarland, die sich mitten in Zürichs Stadtleben in die Luft sprengen?

Dumme Fragen? Es sind die ganz konkreten Fragen der israelischen Bürger, seit Jahren, allmonatlich, wöchentlich, manchmal täglich.

Der Staatsmann Cato soll nach jeder Senatsberatung im alten Rom erklärt haben: «Ceterum censeo Carthaginem esse delendam.» Auf Deutsch heisst das: «Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.» Und Karthago wurde zerstört.

Die Beschiessungen, die Überfälle, die Selbstmordattentate sind das «Ceterum censeo Israel esse delendam» der islamistischen Terroristen und des iranischen Regimes.

Der kleine jüdische Staat – der einzige demokratische Rechtsstaat in der Region – wird wund geschossen, gestern, heute, morgen. Israel soll die Wunde der Welt bleiben.

Bis die Welt seiner überdrüssig ist.

Auch ich oute mich hiermit als grosser Sympathisant Israels! Als Sympathisant dieses einzigen freien und demokratischen Landes im Nahen Osten, für dessen Politik - bei aller Tragik, welche der Kriegsalltag mit sich bringt - ich sehr grosses Verständnis aufbringe. Da können sich Medien oder Islamisten noch so Mühe geben: in meinem "Herzen und Kopf" werden sie Israel nicht zerstören können. Mehr darüber hoffentlich in einem späteren Eintrag!

PS: Entgegen früherer Behauptungen meinerseits ist Meyer vielleicht ja doch kein (Kaviar-)Sozi. In linken Kreisen wird es schliesslich alles andere als gern gesehen, wenn man Israel gegenüber auch nur annähernd so etwas wie Solidarität bekundet...

Mittwoch, August 02, 2006

 

Die ersten 100 Tage der rot-grünen Berner Regierung


Was tun, wenn man zwar wieder einmal etwas (Innen-)Politisches bebloggen möchte, wenn sich aber im medialen Sommerloch abgesehen von Hinweisen auf diverse 1.August-Reden kaum Anhaltspunkte finden lassen? (Gerne würde ich über Calmy-Reys überaus peinliche Aussenpolitik der "aktiven Neutralität" oder über die bevorstehende Abstimmung zu Asyl- und Ausländergesetz schreiben, doch für längere Ausschweifungen fehlt mir im Moment die Kraft... und wohl auch die Zeit... aber versprochen: zumindest Letzteres wird nachgeholt und bis am 24. September bleibt ja noch ein wenig Zeit.)

Machen wir also, was Medien immer machen, wenn sie nicht wissen, worüber sie berichten sollen: Blicken wir zurück!

Vor einigen Monaten schrieb ich hier über die Regierungsratswahlen im Kanton Bern, welche mit dem Sieg von Rot-Grün in einem Fiasko endeten: Ich fragte mich also kurz, was denn die neue Regierung bis jetzt eigentlich geleistet hat bzw. was davon an die Öffentlichkeit gedrungen ist und machte eine kleine Online-Recherche auf espace.ch. Das Resultat fiel eher bescheiden aus. Zunächst wurde über die (Neu-)Zuteilung der Departemente berichtet. Die grösste Überraschung: Das bedeutende Finanzdepartement bleibt mit Urs Gasche in bürgerlicher Hand. Schade: gerne hätte ich es gesehen, wie ein Mitglied der linken Regierung für die roten Zahlen (welche bei dieser Regierung schon bald wieder die traurige Regel sein dürften) geradestehen muss.

Weiter tat die neue Regierung etwas, was auch ihre linken Vorbilder aus Deutschland getan hatten, als sie anno 1998 mit Schröder die Macht erobert hatten: man beschloss den Atomausstieg (scheint in linken Kreisen en vogue zu sein, was einen aber nicht etwa daran hindert, gleichzeitig den Bau von umweltfreundlichen Wasserkraftwerken zu verhindern...). Über Sinn und vor allem Unsinn dieser Entscheidung zu schreiben gäbe ebenfalls einen eigenständigen Eintrag ab - tragisch ist es allemal.

Daneben findet sich bloss noch eine einzige öffentlich kommentierte Entscheidung der neuen Regierung. Eine Entscheidung, welche vor politischer Brisanz geradezu strotzt: Der Regierungsrat entscheidet sich gegen eine finanzielle Beteiligung an der Aufarbeitung der Geschichte der Verdingkinder des Kantons Bern.

Das Schicksal der Verdingkinder ist zweifellos ein überaus tragisches. Wenn dieses Thema aber zusammen mit der AKW-Frage das einzige kantonalbernische Politikum dieses Sommers darstellt, besteht kein Zweifel mehr, dass wir momentan gaaaanz tief unten im politischen Sommerloch sitzen...

Dienstag, August 01, 2006

 

Looking back to Riminey


Der Höhepunkt unseres 3-tägigen Road Trips in die Partymetropole der Adria: der Genuss einer Runde Energy-Drinks mit dem sinnigen Namen "Burn". Spendiert - wie könnte es anders sein - vom Flammenmeister persönlich!

Die weiteren Highlights: Die Staus auf der 8-spurigen autostrada rund um Mailand, ein Mafioso von einem Hoteldirektor (die Sau wollte uns um EUR 45 prellen!), endlose Diskussionen über Brustbehaarung, Bierbauch und fehlende Bräune, das etwas spezielle Heck-Tuning, welches Simoney unserem Touran verpasste (dass es sich mit Turtle Wax wegpolieren lasse, war leider nur ein schöner Traum), Malkos allabendlicher Zungenschaber, Simoneys Wünsche, Träume und wahren Werte im Leben sowie dessen allgegenwärtiges You-know-who-Bashing, jener Abend als der eigentlich nur marginal alkoholisierte Malke nacheinander einen Haufen Oliven, ein volles Glas Cola, eine Schale mit Chips und ein frisches Bier verschüttete und dabei nicht wenig Aufmerksamkeit auf sich zog, schliesslich Simoneys überstürzte Flucht vor dem Erbrochenen, welches sich in der Toilette des Carnaby's einem Lava-Strom gleich auf ihn zubewegte und ihn zu verschütten drohte.

Was übrig blieb, war die Erkenntnis, dass man mit 25 Lenzen vermutlich doch ein bisschen zu alt ist für eine Stadt, in der Fahnen schwingende Leute in Party Guide-Ganzkörper-Outfits stark pubertierenden Teenies den Weg in die nächste Disse weisen müssen...

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