Dienstag, November 28, 2006
Hacking Smythe
Nachtrag:
So beherrscht nur einer das Hacky, welcher Sommer-Nachmittage lang auf der Pläfe, der Grossen Schanze oder vor der Reithalle, den Klängen von Manu Chao oder Bob Marley lauschend, im Rausch von Marihuana und anderen bewusstseinserweiternden Stoffen zusammen mit seinen langhaarigen, barfüssigen Kollegen aus der linksalternativen Szene eifrig trainiert hat... Ein weiterer Beweis dafür, dass es mich langsam aber sicher ans linke politische Ufer zieht?
Sonntag, November 26, 2006
Wo ist die bürgerliche Familienpolitik?
Eines ist jetzt schon klar. Das Schweizer Volk wird heute deutlich Ja sagen zum Bundesgesetz über die Familienzulagen. Damit werden sich die Ausgaben für unseren Sozialstaat um weitere 600 Millionen Franken pro Jahr erhöhen. Aber dieses Geld ist ja schliesslich für unsere Kleinsten. Und wer kann hier schon etwas dagegen haben? Diese Vorlage dürfte den Anfang einer verhängnisvollen Entwicklung darstellen: den ungebremsten Ausbau des Sozialstaates und den damit verbundenen Institutionen unter dem Deckmantel der sogenannten "Familienpolitik". Dazu der folgende Gast-Beitrag von smiling catilina, welchem an dieser Stelle herzlichst gedankt sei (aufgrund des umfangreichen Textes habe ich mir erlaubt, die allerwichtigsten Aussagen fett hervorzuheben):
An diesem Wochenende haben wir über Familienzulagen abgestimmt. Dass es in der Schweiz zu wenig Kinder gibt, darin sind sich alle einig. Ob Familienzulagen dem entgegen wirken können, ist zumindest fraglich, hat doch der Kanton mit den höchsten Kinderzulagen eine der tiefsten Fertilitätsraten, obwohl die Bevölkerung stockkatholisch ist. Die Vorlage sollte dazu dienen, dass bestehende Familien besser unterstützt werden, da Familie zunehmend ein Armutsrisiko darstellt.
Doch in dieser Vorlage manifestiert sich die ganze Tragik der schweizerischen Familienpolitik: Kinderreichtum sollte nicht ein Armutsrisiko sein, im Gegenteil, von alters her sollte es denen besser gehen, die mehr Kinder haben. Dies liegt daran, dass die Familie früher viele Funktionen des Risikoausgleichs übernahm. So stellten Kinder eine Versicherung gegen Langlebigkeit dar. Auch Arbeitslosigkeit, Krankheit und Invalidität konnten durch die Familie abgefedert werden. Im 20. Jahrhundert ersetzten die verschiedenen Sozialversicherungen die grundlegenden Funktionen der Familien: zuerst kam die AHV, dann wurde die Arbeitslosenversicherung grosszügig ausgebaut. Hinzu kamen die Invaliditätsversicherung und die berufliche Vorsorge. Alle diese sozialen Errungenschaften stellten eine Schwächung der Familie dar, da ihre Kernfunktionen an den Staat delegiert wurden.
Die Folge war, dass die Familie auf individuellem Level an Bedeutung verlor, obwohl ihre Existenz auch für die verstaatlichten Familienleistungen notwendig ist. Denn die Delegation an den Staat verkennt eines: Es reicht nicht aus, die Familienleistungen durch eigene Beiträge wie Steuern etc. zu finanzieren. Es hat immer zu den Aufgaben der Familienmitglieder gehört, neben der Bereitstellung der Solidarität, auch dafür zu sorgen, dass diese Solidarität auch in Zukunft bereitgestellt wird. Am Beispiel der AHV sei dies deutlich gemacht. Die mittlere Generation hat früher immer die Alten versorgt, aber gleichzeitig auch Kinder grossgezogen, um die eigene Altersvorsorge sicherzustellen. Jeder, der behauptet, dass durch seine eigenen Abgaben an die AHV seinen Teil des Generationenertrags erfüllt ist, hat unrecht: Den schwierigeren Teil, die eigene Altersvorsorge sicherzustellen, hat er nicht erfüllt. Er hat nur die Leistungen seiner Eltern abgegolten, denn diese versorgt er im Alter nicht mehr selbst, sondern das hat er an den Staat delegiert.
Heute hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Staat nicht unbedingt der beste Bereitsteller solcher Dienste ist. Die Debatten über die Arbeitslosenversicherung zeigen, dass diese Versicherung, oder jedenfalls die Ausgestaltung ihrer Leistungen, ein entscheidender Grund ist, dass es überhaupt Arbeitslosigkeit gibt. Zudem sind die Kapitalmärkte effizienter geworden, der Zugang zu den Kapitalmärkten ist einfacher geworden. So kann individuelle Vorsorge über die Kapitalmärkte erfolgen, was ja sogar Freude und Nutzen an sich bringen kann, wie uns Smythe immer wieder in seinen Beiträgen näher bringt. Es ist auch so, dass Kapitalmarkteffizienz- und zugang negativ mit Fertilität korreliert. Aber gewisse Leistungen können nicht an die Kapitalmärkte delegiert werden. Die Arbeitslosenversicherung wird immer wieder als Beispiel angeführt. In Zeiten von gnadenlosem Standortwettbewerb muss alles beseitigt werden, was das freie Spiel der Kräfte einschränkt, so auch ein zu grosser Staat. Doch können seine Leistungen wieder der Familie zurückgegeben werden. Der Sozialstaat der Nachkriegszeit hat die Institution der Familie zumindest geschwächt. Während meiner Zeit am Gymnasium, also vor der Asienkrise, wurde immer wieder argumentiert, dass uns die ostasiatischen Staaten auch deshalb überlegen seien, weil ihre Familienstrukturen es ihnen erlauben, kostengünstiger zu produzieren, da der Faktor Arbeit nicht mit allerlei Umverteilungsabzügen belastet war. Die Asienkrise hat das Problem scheinbar gelöst, die westliche individualistische Gesellschaft schien noch einmal überlegen gewesen zu sein.
Dass stärkere Familien es erlauben würden, den Staat eher zurückzufahren, um die Wirtschaft und mit ihr die Gesellschaft wachsen zu lassen, diese Erkenntnis hat sich aber nach wie vor nicht durchgesetzt. Vielmehr wird Familienpolitik nach wie vor von denjenigen gemacht, welche Umverteilungsziele haben. Und ihre Voraussetzungen sind günstig. Bürgerlich denkende Leute wie ich sehen, dass familienpolitisch etwas getan werden muss und soll. Die vorhandenen Vorschläge stammen allerdings alle aus dem christlich-sozialdemokratischen Umfeld, welches ebenfalls gerne umverteilt. Dies ist ihre Chance, Leute wie mich zu ködern für ihre Umverteilungsziele. Denn so komme ich in ein Dilemma. Familien unterstützen, Fertilität, das ist gut, das brauchen wir. Was wir aber nicht brauchen, dass ist noch mehr Umverteilung, oder mit den Worten von Hans-Werner Sinn, mehr Sozialstaat, der sich dann wie Mehltau über das umfangreiche System legt, welches – getrieben von menschlicher Kreativität, Leidenschaft und Strebsamkeit – doch für unser aller Wohl sorgt. Genau dies bringt die Kinderzulagenvorlage.
Natürlich habe ich das Problem, dass keine bessere Vorlage in Sicht ist. Allerdings müsste doch allen klar sein, dass die Uhr in den westlichen europäischen Staaten punkto Geburtenrate auf kurz vor zwölf steht! Eine gute Familienpolitik ist gleichzeitig auch eine entschiedene Gleichstellungspolitik. Es soll Frauen möglich sein, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen. Dies kann durch eine Verbesserung des staatlichen Kinderbetreuungsangebots, insbesondere Ganztagesschulen, gemacht werden. Denn Doppelverdienerehepaare verdienen, nomen est omen, mehr. Sie können sich also mehr Kinderbetreuung leisten. Dies kann zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, in Kindertagesstätten, für Tagesmütter oder selbstständige Kleinkindererzieherinnen. Das Traurige ist nur, dass auch bei der sogenannten externen Kinderbetreuung christlich-sozialdemokratische Umverteilungsziele vorhanden sind, was diese Kinderbetreuung extrem verteuert. Dies soll aber hier nicht ausgeführt werden, dass ist ein weiterer Beitrag wert, denn die Missstände sind himmelschreiend.
Die FDP hat zumindest erkannt, dass Vereinbarung von Kind und Beruf wichtig ist, aber dies auch nur, weil sie sich dadurch erhofft, dass bestehende Mütter dann leichter in den Arbeitsprozess integriert werden können. Die SVP träumt natürlich nach wie vor vom bürgerlichen Idealbild der Nachkriegszeit, in dem der Frau die Rolle des Heimchens am Herd zugeteilt wird. Unmöglich, das ist nicht liberal, das können wir uns nicht leisten. Stellt Euch vor, Marie Curie wäre zu Hause geblieben um Apfelkuchen zu backen, oder Margaret Thatcher hätte in ihrer Handtasche nicht das immer passende Zitat sondern die kleinen Notwendigkeiten von Sir Denis herumgeschleppt.
Also, Kinderkriegen soll jedem einzelnen überlassen werden, darin haben die bürgerlichen Parteien recht. Aber deshalb die Schlussfolgerung zu ziehen, dass es keine bürgerliche Familienpolitik braucht, das ist falsch. There is no such thing as society… there are only individuals, and family.
Freitag, November 24, 2006
Weltwoche-Abo dank Zuberbühler!
Leser fragen, die Weltwoche antwortet.
(Von Bruno Ziauddin)
Darf man endlich finden, dass Pascal Zuberbühler
ein guter Torwart ist? Fabian Schmid, Bern
Quelle: Weltwoche Nr. 47 vom 23. Nov. 2006, S. 32
Den Originaltext der Antwort von Bruno Ziauddin gebe ich hier aus Rücksicht auf das Urheberrecht nicht komplett wieder. Hier daher nur der letzte Satz:
"Neu muss es daher heissen: Ein Fussballfreund darf jede Ansicht vertreten. Solange er bereit ist, sich zu blamieren."
Naja, das gewonnene Weltwoche-Jahresabo macht mir die Blamage einigermassen erträglich...
Meine "Frage" schickte ich der Weltwoche bereits am 16. Juni 2006 (!), also genau eine Woche nach Beginn der Fussball-WM in Deutschland, und zwar mit folgendem Wortlaut:
"Darf man finden, dass Pascal Zuberbühler ein guter Torwart ist?"
Ein denkbar schlechter Zeitpunkt für dieses ironisch gemeinte Mail, welches ich eigentlich schon viel früher - nämlich bereits während den Qualifikationsspielen, in denen Zubi durch verschiedenste Patzer öffentlichen Unmut auf sich zog - hätte verschicken wollen. Als Zubi die WM schliesslich als - so viel ich weiss - einziger, in der regulären Spielzeit unbezwungener Torwart hinter sich gebracht hatte, war für mich klar, dass die Chancen einer Publikation gleich Null waren.
Zwar hat der Wind für Zubi seither wieder gedreht - in England kassiert er einen Haltbaren nach dem anderen -, doch hatte ich mein Mail vom letzten Juni längst vergessen. Vermutlich wegen dieser langen Zeispanne haben die Weltwoche-Redaktoren meiner Frage denn auch den Zusatz "endlich" beigefügt.
Nach meinem vor 2 Jahren veröffentlichten Leserbrief, wurde damit auch meine erste und einzige "Darf man das?-Frage" auf Anhieb publiziert (und wie versprochen mit einem Abo honoriert). Ich darf mich daher ganz und gar nicht über schlechte Leser-Betreuungsverhältnisse der Weltwoche beklagen. Aber hey, ich bin ja schliesslich auch einer ihrer grössten Fans...
Mittwoch, November 22, 2006
"Ausländer-Kriminalität" - eine sinnvolle Differenzierung?

Die Massenvergewaltigung einer 13-Jährigen in Zürich Oerlikon durch zwölf jugendliche Täter.
Zunächst liess sich den Medien nichts über die Nationalität der Täter entnehmen. Dann hiess es, die Hälfte der Täter seien Schweizer, die andere Hälfte Ausländer. Schliesslich wurde dann publik, dass auch die "Schweizer" Täter allesamt einen Migrationshintergrund hätten. Täter ausländischer Herkunft auch bei den Vergewaltigungen in Rhäzuns oder Steffisburg.
Spätestens seit Oerlikon ist das Thema der Ausländer-Kriminalität (wieder) in aller Munde. Selbst ein SP-Kantonsrat äussert sich öffentlich dahingehend, dass sich eine solche Tat nicht mit "sozio-ökonomischen" oder "sozio-kulturellen" Differenzen erklären oder gar rechtfertigen lasse (sinngemäss in der heutigen Ausgabe der Rundschau auf SF1).
Ich aber frage mich, inwiefern es überhaupt sinnvoll ist, in einem Land mit Menschen aus über 180 Nationen (welche zusammen 21% der Landesbevölkerung ausmachen) Delinquenten immer nur in Ausländer und Schweizer zu unterteilen.
Wenn man aus der Herkunft der Straftäter politische Forderungen ableiten will - z.B. bessere Integrationsmassnahmen - (was durchaus sinnvoll sein kann), dann sollte man auch von präzisen Fakten ausgehen können. Die blosse Unterteilung in Ausländer und Inländer ist aber alles andere als präzis, bisweilen sogar die Realität verzerrend. Einerseits erscheinen so Täter, die eingebürgert wurden, gleichzeitig aber einen "Migrationshintergrund" aufweisen, in der Gruppe der Schweizer. Andererseits befinden sich Nationalitäten in der Gruppe der Ausländer, welche in der Schweiz statistisch sogar seltener delinquieren als Schweizer (z. B. Deutsche).
Wenn man aber davon ausgeht, dass eine verstärkte Integration zu geringerer Kriminalität führt, müsste man auch wissen, welche Ausländergruppen am schlechtesten integriert sind, bei welchen Nationalitäten die Integration folglich am meisten not tut. Logisch, dass man dann auch wissen müsste, welche Kriminalitätsraten die verschiedenen Nationalitäten aufweisen. Genau hierzu ist es aber besonders schwierig, einschlägige Zahlen ausfindig zu machen (vgl. unten).
Überall wird gegenwärtig über die Problematik diskutiert. Ich möchte mich vorerst nicht weiter dazu äussern, denn es handelt sich wahrhaftig um eine extrem komplexe Frage. Verfolgt man die Diskussionen aber mit, kann es nicht schaden, dabei ein paar Zahlen im Hinterkopf zu haben. Ergo habe ich mit dem erklärten Ziel, ein paar ausgewählte Fakten zur Ausländer-Kriminalität auf den Tisch zu legen summarisch im Netz recherchiert:
- Anteil Ausländer an der schweizerischen Wohnbevölkerung im Jahr 2005: 20,7%
- Anteil Ausländer an sämtlichen im Jahr 2005 ausgesprochenen Verurteilungen (SVG, StGB, ANAG, BetG): 50%
- Anteil Ausländer an den Inhaftierten (= wegen gröberer Vergehen/Verbrechen zu Freiheitsstrafen Verurteilte) im Jahr 2005: 70,5%
- Anteil Ausländer an den Jugendstrafurteilen im Jahr 2005: 37,3%
- Durchschnittlicher Anteil Verurteilte (Kriminelle) unter asylsuchenden Männern: 8,2%
- Durchschnittlicher Anteil Verurteilte (Kriminelle) unter jungen asylsuchenden Männern, die weniger als 2 Jahre in der Schweiz sind: 27%
- Kt. BS (?): Anteil Ausländer bei vorsätzlichen Tötungsdelikten (ohne Polizei-Notwehr) im Jahr 2004: 100%
- Kt. BS (?): Anteil Ausländer bei Vergewaltigungen zwischen 1994 und 2001: 44-89%
- Kt. BS (?): Anteil Ausländer bei Körperverletzungen 2001: 73%
- ...
- Deutschland: 2,2%
- Frankreich: 3,2%
- Italien: 6,7%
- Österreich: 0,8%
- Albanien: 1,5%
- Ex-Yugoslawien: 12,6%
- Polen: 0,4%
- Rumänien: 0,7%
- Türkei: 2,4%
Auch hier zeigt sich das oben dargestellte Problem der mangelnden Präzisierung. Was bedeutet etwa die Nationalität "Ex-Yugoslawien"? Serben? Kroaten? Bosnier? Slowenen? Montenegriner? Kosovo-Albaner?
Montag, November 20, 2006
Wahlen 07: To Blocher or not to Blocher!

Als Reaktion darauf richtet nun auch die SVP - wenn auch in umgekehrter Positionierung - ihren Wahlkampf ganz auf die Person Blochers aus: für den Fall einer Abwahl Blochers will sie nämlich zurück in die Oppositionspolitik.
"Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los."
Was Fehr verächtlich als "die selbe erpresserische Haltung wie 2003" bezeichnet, hat sich die SP indessen ganz allein zuzuschreiben. Sie hat damit angefangen, Blocher zum eigentlichen Wahlkampfthema der Nationalratswahlen 2007 empor zu stilisieren. Die SVP hat es ihr in entgegengesetzter Richtung nun gleich getan.
Tatsächlich dürfte es den Genossen gelingen, durch diese Strategie verschiedene Blocher-feindlich eingestellte Wähler zu mobilisieren und ihren Wähleranteil damit zu halten oder leicht zu steigern. Ebenso könnte diese Taktik aber auch der SVP zugute kommen: so waren etwa die Abstimmungen zum Asyl- und Ausländergesetz von den Gegnern auf die Frage, ob man für oder gegen Blocher sei, reduziert worden und endeten für sie schliesslich in einem Fiasko. Fast 70% der Bevölkerung stimmten mit Blocher. Nicht dass 2007 siebzig Prozent der Bevölkerung Blochers SVP wählen werden - gleichviel oder leicht mehr als 27% könnten es dann allerdings werden.
Die Verlierer dieses Geplänkels der ideologischen Gegnerinnen SP und SVP dürften dann einmal mehr die bürgerlichen Mitteparteien FDP und CVP sein, denen es kaum gelingen wird, in einem personifizierten Wahlkampf ein ernstes Wörtchen mitzureden. Die CVP wird ihr einziges Zugpferd (Leuthard) im Bundesrat verheizt haben, während ihr neuer Präsident (Darbellay) auf dem besten Weg ist, sich in die Reihe der "Schlaftabletten" Deiss, Stähelin oder Durrer einzureihen.
Die mit dem fähigen und kompetenten, aber leider wenig auffälligen Merz ausgestattete FDP schliesslich kann höchstens versuchen, durch einen frühzeitigen Rücktritt des frustrierten Cholerikers (Couchepin) etwas Publicity zu machen und damit im "Wahlkampf der Personen" mitzumischen. (Dann aber bitte nicht mit dem scheinbar stets beleidigten Pelli oder der europhilen, "blocherophoben" Markwalder!)
Zu den Gewinnern dürften 2007 hingegen einmal mehr die Grünen gehören, wobei hier zu hoffen bleibt, dass sie ihren Wähleranteil nicht auf jene kritische Masse zu erhöhen vermögen, die ihnen nach mathematischer Konkordanz einen Bundesratssitz ermöglichen würde. Ihr Abschneiden dürfte - und das meine ich ernst - nicht zuletzt auch vom Wetter abhängig sein. Erwiesenermassen kam der Jahrhundert-Hitze-Sommer 2003 den Grünen im anschliessenden Wahlkampf zugute. Hoffen wir daher auf einen schön kalten und schneereichen Winter sowie auf einen erträglich warmen Sommer...
Soviel zum Einstieg in den NR-Wahlkampf 2007. Aufgrund seiner engen Verknüpfung mit dem Ausgang der nachfolgenden Bundesratswahlen verspricht er, einer der spannendsten in der Geschichte der Eidgenossenschaft zu werden!
Freitag, November 17, 2006
Die Rückkehr des Vokuhila!

Bemerkenswert ist, dass der hier abgebildete Vokuhila wohl noch keine 20 Lenze zählt. Er dürfte damit ungefähr zu den Blütezeiten dieser "Bewegung" gezeugt worden sein.
Sonntag, November 12, 2006
Hilfe, ich wurde denunziert!

Nachdem ich hier schon voll des Neides auf die beeindruckende Medienpräsenz der Kollegen Aeby und Mahler hingewiesen habe, darf nun auch ich meinen ersten grossen Coup vermelden:
"Politik. Fabian Schmid meinte, die SP verkomme immer mehr zu einer Partei der Neinsager. Und sowieso stellt sie sich einfach quer, d.h. ihr politische Programm definiert sich folgendermassen: sie bekämpft alles Blocherische und SVPige. Ziemlich einseitig gewichtet, behaupten wir."
Diese Meldung stammt von der Seite "Die Blogdenunzianten - Wir denunzieren die Blogosphäre!". Bei den Autoren dieses Blogs handelt es sich nach eigenen Angaben um ein (Achtung: wörtlich und buchstäblich zitiert) "unabhängiges und freifinanziertes Kollegium aus verbitterten und verwahrlosten Schreiberlinge, die gerne polemisieren und kritisieren". Erklärtes Ziel sei es, "täglich eine zynische, spöttische und herablassende Nachlese zum Geschehen innerhalb der schweizerischen Blogosphäre zu verfassen". So werden potentielle Denunzianten-Empfehler mit der folgenden Aufforderung angeworben:
"Kennen sie einen besonders schlimmen und bescheuerten Blogger? Wir übernehmen die Drecksarbeit für sie und beschimpfen ihn! Besorgen sie uns einfach einige Stichwörter. Den Rest erledigen wir! Aber seien sie gewarnt: wir kritisieren nur Blogger, die uns auffallen und auch etwas veröffentlichen! Und dies alles im Zeichen unser täglichen Nachlese! Demnach publizieren wir keine Einzelkritik, denn Einzelkritiken bespricht BLOGKRITIK.CH."
Es erfüllt mich mit grossem Stolz, dem strengen Anforderungsprofil der Blogdenunzianten ("besonders schlimm und bescheuert") zu genügen und daher auf dieser gehaltvollen Page Erwähnung zu finden. Jener Person, die mich an die Blogdenunzianten "denunziert" hat, gebührt daher mein grösster Dank!
Wie es sich für eine ordentliche Denunziation gehört, werde ich im oben zitierten Beitrag auch gleich mit meinem bürgerlichen Namen zitiert und nicht etwa - wie in den Blog-Aggregatoren sonst üblich - mit meinem Pseudonym Smythe Style. Fehlt nur noch die Angabe meiner Adresse und Handynummer...
Auslöser des Ganzen ist meine jüngste Kritik an den Sozialdemokraten. (Derartiges scheint in der linklastigen Blogosphäre einer Gotteslästerung gleichzukommen.) Dabei müsste ein SP-kritischer Blog doch eigentlich als Beitrag zur Vielfalt der virtuellen Medienlandschaft betrachtet werden. Wenn ich etwas Negatives über Blocher und die SVP lesen will, brauche ich schliesslich nur einen der zahlreichen SVP-kritischen Blogs abzurufen (oder schlicht und einfach eine beliebige Tageszeitung aufzuschlagen).
Dienstag, November 07, 2006
Daruds Communiqué Vol. 4

So (Bild rechts) lächelt nur ein Sieger: Darud did it! Vorbei die Tage, Wochen, Monate und Jahre des gemeinen Automechaniker-Daseins.
Nach schier endlosen Wochen des Wartens und Zitterns (welche nur dank spontanen samstagabendlichen Eskapaden und sonntäglichen Ausflügen mit kalorienarmen Zwischenverpflegungen) einigermassen auszuhalten waren, steht seit heute Mittag fest, dass Kollege Randolph den Quantensprung in die nächst höhere Sphäre erfolgreich hinter sich gebracht hat. Rändy ist jetzt Automobildiagnostiker mit Eidg. Fähigkeitsausweis des AGVS (member of the C.B. Corporation)!
Schon brodelt die Gerüchteküche... Die erhitzten Gemüter spekulieren darüber, wie Randey seine durch diesen Erfolg entfesselten Energien bzw. die frei gewordenen Ressourcen einsetzen wird:
- Da reconciliation after da apology with da Sista Özel, ne?
- Die endgültige Realisierung von Vision 85 (TM)?
- Da Einweihung of da Dampfbad with da "Mürgugring" @ Casa del Lonny?
- Da successful merger and/or acquisition with C.B. Corporation?
- Die Überwindung der technischen Hindernisse für eine Autofahrt nach Davos?
- Eine unheimliche Begegnung der dritten Art mit da Franks im neuen Grenzland?
- Ein Ausstechen der Konkurrenz (aka "Kollegenschweine") im unerbittlichen Hahnenkampf um da Primo (allenfalls da sista of da Primo)?
- Ein Abstecher in die Schwarzenburger Gothic-mature-Szene?
- Ein Triumph über Dergensüdi (aka pirate of dance) im Spielchen von und um Miss Cotting-ding-ding?
- Eine Rückverlagerung des Zentrums des Universums nach Spiez (the worst date of my life) downtown oder sogar to da Oberland?
- Die Entdeckung der inneren Werte von da Magenband (sprich: "Meigenbäänd")?
- Da conquest of da reverend's daughter?
- Der Besuch eines Konzerts von Manowar?
- Ein erneutes Ausfahren einer Occasion des DJ Projects?
- Eine unverhoffte Interaktion mit da little G (sprich: "Tschi")?
- Kommt es gar zu einem rumble in the jungle (Vol. 2)?
- Oder wird etwa endlich da real Nemo gefunden?
Sonntag, November 05, 2006
SP ist Partei der Neinsager

Was ich an dieser Stelle auch schon öfters kundgetan habe, hat nun auch die Sonntagszeitung in ihrer heutigen Ausgabe (S. 23) erkannt: Die SP ist die neue Neinsagerpartei!
Dies ist umso erstaunlicher als es insbesondere die Partei der Genossen war und ist, welche ihre politischen Gegner gerne als Neinsager diffamiert...
Hier ein kleiner Auszug aus dem sozialdemokratischen Nein-Katalog:
- NEIN zur AHV-Revision!
- NEIN zum neuen Mietrecht!
- NEIN zum Steuerpaket!
- NEIN zu Sonntagsverkäufen!
- NEIN zur Privatisierung der Swisscom!
- NEIN zu marktwirtschaftlichen Reformen bei der Post!
- NEIN zur Öffnung des Strommarkts!
...
Hmmm. Neinsagen und Blocher doof finden: ob sich damit Wahlen gewinnen lassen? Bereits sprechen einige Ergebnisse in den Kantonen dafür, dass der SP durch dieses wenig konstruktive Programm die Wähler haufenweise zu den Grünen überlaufen. Dass sie nur zu den Grünen und nicht Richtung rechts überlaufen macht diese Tatsache für die Genossen erträglich. Gleichzeitig werden sie dadurch aber auch nicht wach gerüttelt und schlafen weiterhin den Schlaf der Gerechten. Naja, mir soll's egal sein...
Freitag, November 03, 2006
Selbstverbrennung wegen Islam

Im ostdeutschen Erfurt verbrennt sich ein evangelischer Pfarrer in aller Öffentlichkeit selbst. Motiv: Angst vor der Ausbreitung des Islams. Hier ein Auszug aus dem Spiegel-Bericht:
"Der Mann übergoss sich gestern am Reformationstag gegen 10.45 Uhr auf dem Gelände des Erfurter Augustinerklosters mit Benzin und zündete sich an. Damit habe der 73-Jährige, der heute Mittag seinen Verletzungen erlag, seine große Sorge über die Ausbreitung des Islams zum Ausdruck bringen wollen, teilte Pröpstin Elfriede Begrich mit. In einem Brief habe er dazu aufgefordert, das Problem ernster zu nehmen, sagte Begrich. In den letzten drei, vier Jahren habe er immer wieder gesagt, dass sich die evangelische Kirche stärker mit dem Islam befassen müsse. Bevor sich der Pfarrer im Ruhestand mit Benzin übergoss, soll er "Jesus und Oskar!" gerufen haben. Am 18. August 1976 hatte sich der Pfarrer Oskar Brüsewitz auf dem Marktplatz in Zeitz selbst verbrannt (vgl. Bild, Anm. d. Red.), was als Fanal gegen das DDR-Regime verstanden worden war.
An dieser Stelle muss ich gegen die hiesigen Medien einmal mehr den Vorwurf der politischen Correctness erheben. Das Ereignis liegt schon mindestens 3 Tage zurück und hat es hierzulande nach dem aktuellen Stand meiner Recherchen (wer mir das Gegenteil beweist, möge sich melden) in keine einzige Tageszeitung, geschweige denn ins Fernsehen geschafft! Nicht einmal einen 5-Zeiler unter den "vermischten Meldungen" war es etwa dem Bund wert.
Nicht dass ich die Tat des Pfarrers goutieren würde oder dies für eine dem Kulturenkonflikt (meinetwegen dem Dialog der Kulturen) dienliche Aktion halten würde. Doch anstatt diese Tat in feiger Zurückhaltung einfach totzuschweigen, dürften sie unsere Medien zumindest erwähnen, sich allenfalls der Problematik annehmen, ihre Hintergründe diskutieren und sie hinterfragen.
Zum Schluss sei folgende Frage in den Raum gestellt: Wäre es in den hiesigen Medien ebenfalls gänzlich unerwähnt geblieben, wenn sich in einer deutschen Stadt ein Muslim selbstverbrannt hätte und als Motiv die Angst vor der Ausbreitung der "westlichen Dekadenz" angegeben hätte?
Donnerstag, November 02, 2006
Schuhfetischist in Nöten

Da machte er uns doch allen glaubhaft, dass er sich zur Zeit im californischen Santa Barbara an der Schönheit der dortigen Weiblichkeit labe. Stattdessen muss er sich - jedenfalls vorübergehend - im deutschen Braunschweig aufgehalten haben. Dies ist der heutigen Ausgabe des Bundes (letzte Seite) eindeutig zu entnehmen:
Schuhfetischist verurteilt
Braunschweig. Wegen seiner handgreiflichen Vorliebe für hochhackige Damenschuhe ist ein 27-Jähriger aus Bern zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten verurteilt worden. Er hatte mindestens vier Frauen Schuhe vom Fuss gerissen. Der Mann hat inzwischen eine Therapie begonnen. (ap)
Ok, ich geb's ja zu: ich habe die Meldung leicht retuschiert (Alter und Herkunft), aber das kann man ja leugnen... Oder war's etwa doch Kollege Malke, als er gerade wieder einmal auf einem Deutschland-Trip war?!


