Mittwoch, Dezember 27, 2006

 

Genosse Moritz im Netz der Widersprüche


Ende November 2006: Leuenberger gibt an einer Pressekonferenz bekannt, dass er 2007 erneut für den Bundesrat kandidieren werde. Gleichzeitig äussert er sich auch über einen "ganz bestimmten Bundesratskollegen": Die Versuchung "zumindest eines Mitglieds" sei offensichtlich, im Wahlkampf seiner Partei mitzumachen, sagt er. Das Kollegialprinzip des Bundesrats stehe heute zur Diskussion.

Seine Äusserungen werden im Bund vom 29.11.06 zu Recht wie folgt kommentiert:

"(...) Der Sozialdemokrat Moritz Leuenberger platziert zum Schluss seines Präsidialjahres – lässt man die Watte weg – eine markige Botschaft: Ich opfere mich, 2007 noch einmal zu kandidieren – denn jemand muss den Bundesrat vor dem Schaden retten, den Christoph Blocher dort anrichtet. (...) Bloss: Mit seinem bundespräsidialen Paukenschlag ist Leuenberger jetzt selber einmal mehr «Kampfross» für seine Partei. (...)"

Genau: Was ist dies, wenn nicht purer Wahlkampf für die SP, deren Programm bekanntlich primär aus dem Gegen-Blocher-Sein besteht?! Diese aufopfernde Unterstützung seiner Partei im aktiven Blocher-Bashing hält Leuenberger allerdings keineswegs davon ab, sich nur einen Monat später wie folgt in einer Sonntagszeitung zitieren zu lassen (via NZZ online vom 24.12.06):

"«Mit einem Wahlkampf gegen das eigene Gremium bleibt alles blockiert», hält Moritz Leuenberger fest. Als Mitglied der Landesregierung beteilige er sich denn auch nicht an Wahlstrategien seiner Partei; diese hatte etwa verlauten lassen, sie wähle Christoph Blocher nicht in den Bundesrat."

Aha.

Dienstag, Dezember 26, 2006

 

In memoriam: Turkmenbashi, 1940-2006

Turkmenbashi der Grosse, Saparmyrat Ataýewiç Nyýazow, der "Führer aller Turkmenen", ist nicht mehr.

Wir trauern um unseren lieben Diktator, Tyrann, Despot, in "freien" Wahlen mit sozialistischen 99,5% (!) gewählten Präsident und Staatsoberhaupt auf Lebenszeit, Namensgeber von Schulen, Flughäfen, einem Meteoriten und sogar von Wochentagen und Monatsnamen, Erschaffer der Geschichts- und Religionsschrift "Ruhmana" (=Pflichtlektüre für alle Turkmenen), Wirtschaft-zu-Grunde-Richter, Massenarbeitslosigkeit-Verursacher, Unterdrücker, Menschenrechtsverletzer, Grossinquisitor, Nationalist, Neo-Stalinist, Rassist, big brother, Folterknecht, Massenmörder, Blutsauger, Minderheitenverfolger und vieles mehr.

Oder kurz gesagt: wir "trauern" um einen der grössten GW-Psychopaten, welcher es in der Geschichte der Menschheit an die Spitze eines Staates geschafft hat und welcher um sich einen Personenkult geschaffen hat, der keine historischen Parallelen kennt.

Er ist nach offiziellen Angaben am 21. Dezember 2006 an einem Herzversagen gestorben.

Ob die Turkmenen nun einer etwas farbigeren Zukunft entgegenblicken dürfen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden. Bis dato scheint im Land - trotz verschiedener Spannungen - immerhin noch nicht das Chaos ausgebrochen zu sein. Am 11. Februar 2007 soll ein Nachfolger gewählt werden.

Mittwoch, Dezember 20, 2006

 

Der Blick guckt bei Randel ab!


"Lonny will nicht, dass...", "Lonny möchte, dass...", "Lonny sagt, dass..." - So pflegt Kollege Randey jeweils seine Sätze einzuleiten, wenn in Wahrheit er selbst (und nicht Lonny!) etwas zwar unbedingt will, sich selbst aber gleichzeitig nicht auf die Äste hinaus lassen will. Da wird halt schnell mal der ahnungslose Lonny vorgeschoben, um ein Ziel zu erreichen, ohne sich dabei in den Vordergrund drängen zu müssen.

Diese vom genialen Randolph entwickelte neue rhetorische Figur, hat bereits mindestens eine prominente Nachahmerin gefunden - und zwar keine geringere als die stärkste Zeitung der Schweiz! Diese titelt nämlich in ihrer heutigen Ausgabe:

Familie von Süleyman empört: "Staatsanwältin verhöhnt das Opfer"

Das mag zwar stimmen (das Leid der Familie im Zusammenhang mit dem tragischen Vorfall will ich hier auch keineswegs in Frage stellen), doch ist es primär natürlich der Blick selbst, welcher sich durch Staatsanwältin Susanne Steinhauser vor den Kopf gestossen fühlt. Diese hatte nämlich anlässlich ihres Plädoyers eine tiefere Strafe für den Täter gefordert, als gemeinhin erwartet wurde, und stattdessen die "Boulevardmedien" (gemeint war in allererster Linie der Blick) getadelt. Darüber hatte man bei der stärksten Zeitung natürlich gar keine Freude. Weil man aber nicht die beleidigte Leberwurst spielen wollte, seinem Unmut aber trotzdem Ausdruck verschaffen musste, bediente man sich für die passende Schlagzeile halt ruckzuck der empörten Familie des Opfers (à la: Lonny ist empört...).

Fazit:
Lonny findet das ein bisschen peinlich...

Samstag, Dezember 16, 2006

 

Pachelbel: Kanon in D


Ich bin alles andere als ein Kenner der klassischen Musik, bin musikalisch höchstens durchschnittlich begabt und wenn ich nicht (gezwungenermassen) während 5 Jahren im renommierten Chor der Gymnasien Bern-Neufeld mitgesungen hätte, wüsste ich womöglich nicht einmal, worin der Unterschied zwischen Sopran und Tenor besteht. Folglich bin ich auch nicht in der Lage, eine fachlich überzeugende Kritik über ein Werk der klassischen Musik abzugeben. Doch auch ein Laie kann sagen, ob ihm eine Melodie gefällt oder nicht. Und deshalb muss eines hier einmal gesagt werden: Der berühmte Kanon in D von Johann Pachelbel (1653-1706) ist meines Erachtens etwas vom Schönsten, was in dieser Welt je von einem Menschen geschaffen wurde! Dass dies auch andere durchaus so sehen, zeigt die schier unüberschaubare Vielfalt an Versionen und Adaptionen dieses Werkes aus dem Barock. Hier nur ein paar Beispiele, die uns aus der Hitparade oder auch sonst bekannt sein dürften:

Zum Schluss eine kleine Hörprobe einer (etwas eigenwilligen) Adaption der "Pachelbel in D" von Jerry C. Enjoy!

Sonntag, Dezember 10, 2006

 

Vom Mikrokosmos der Nouvenegga-Bloggers

Immer lauter wirft man (bzw. frau) mir vor, ich würde nur noch über langweiligen Polit-Stuss berichten, für den sich eh kein Schwein interessiere. Hier daher wieder einmal etwas aus der Lokal-Promi-People-Sektion:

Im 19. Jahrhundert, so sagt man, machten sich die europäischen Grossmächte daran, die Welt unter sich aufzuteilen. So "stelzten" die Grossmächte mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Mitteln und Taktiken um einen Platz an der Sonne...

Geschichte soll sich bekanntlich wiederholen und siehe da: Ähnliches geschieht heute wieder: Zu Beginn des 21. Jahrhundert zieht eine Handvoll jung(geblieben)er Kollegen mit gemeinsamen Wurzeln im Nabel der Welt (Nouvenegga) aus, die Blogosphäre unter sich aufzuteilen. Nach einigen erbarmungslosen Verteilkämpfen haben sich die Fronten mittlerweile zu einem Stellungskrieg verhärtet. Das lokale Blog-Universum ist aufgeteilt und die Figuren scheinen zu wissen, welche Position sie auf dem Schachbrett der Macht belegen... Hier die lang ersehnte Gesamtschau über den Nouvenegga-Blogger-Mikrokosmos (Reihenfolge: chronologisch nach Erschaffungsdatum):

think eMeidi:
Der Blog-Übervater. Die ersten Blogger auf diesem Planeten waren US-amerikanische IT-Nerds, welche in der prä-dotcom-bubble-Ära gegenseitig ihr Knowhow austauschten. Da überrascht es wenig, dass in unserer Runde der Özel, ne der mit Abstand dienstälteste aller Blogger ist. Was den IT-Bereich (eines seiner Kernthemen) betrifft, hat er sich mit den legendären PG-Hacks (und deren strafrechtlichen Konsequenzen) eine beachtliche Web-Credibility verschafft, welche ihm diesbezüglich nicht nur eine beachtliche Medienpräsenz, sondern auch eine breitere Leserschaft beschert haben soll. Wenn er nicht gerade über Microsoft-Produkte herzieht, Mac-Zubehör in den Himmel hochhebt oder eben Partyguide das Klo runterspült, schreibt er über Politisches. Dabei bewegt er sich mitunter tief im linken Spektrum, wobei er sich - ganz im Stile seiner Mutter-Partei bzw. Mütterchen-Partei - öfter auf das Blocher- und SVP-Bashing denn auf das Liefern eigener Rezepte fixiert. Seine politischen Beiträge waren es, welche mich schliesslich auf den Blog-Zug aufspringen liessen. Ging es doch nicht zuletzt auch darum, der linkslastigen Blogosphäre endlich etwas entgegen zu setzen...


about me:
So nah sie auch mit dem Özel, ne verwandt sein mag, so sehr unterscheidet sich ihr Blog von dem seinen. Frauen wie Pädda sind es, die uns die alte Weisheiht immer wieder aufs Neue bestätigen: "Frauen sind so!" Obwohl sie praktisch die einzige von mir regelmässig frequentierte Bloggerin ist, weiss ich eines ganz genau: about me ist ein archetypischer Frauen-Blog. Seit sie in meine "blogging pals" Liste aufgenommen wurde - ich war es leid, sie immer wieder via Blogger-Suchmaschine ausfindig zu machen, wenn ich ja doch jeden ihrer Posts las - soll die Anzahl ihrer Profilansichten exponentiell gewachsen sein. Zu ihren ständigen Lesern gehören so berühmte Namen wie El Bertone oder Flames-Agentin Lee-A. Mindestens so unterhaltsam wie der Blog an sich sind auch die offenbar stets verständnisvollen (böse Zungen sagen "anbiedernden") Kommentare eines ganz bestimmten Verehrers...

Smythe Style:
Schuhster, bleib bei deinen Leisten! In diesem Sinne glaube ich meinen Platz in der Nouvenegga-Blogosphäre gefunden zu haben. Das bedeutet primär (auch wenn es Fränxxx und Lee-A nicht gefällt): Politik. Und zwar liberale und (gut-)bürgerliche Politik, welche sich - methodisch dem Özel nicht unähnlich - wohl häufiger über das Niedermachen der politischen Gegner denn auf die Präsentation eigener Rezepte definieren wird. Daneben versuche ich noch, gelegentlich über Episoden an den Finanzmärkten sowie über Gesellschaftliches (ich meine jene Gesellschaft ausserhalb der Gemeindegrenze von Nouvenegga; die soll es ja geben) und über Kuriositäten wie etwa Mike Shiva zu berichten. Ich würde ja auch gern über Ausgang-Abende berichten. Doch bei derart übermächtiger Konkurrenz (Ränzi, Torx, ...) muss man sich halt auf das beschränken, was man am besten zu können glaubt...

blogging remy:
Zitat von Kollege Torx ( Torx = Versuch der Lancierung eines neuen Übernamens; passt übrigens gut zu "Franxxx" und die beiden sollen sich ja ernsthaft überlegen, ob sie nicht eine Liaison... aber lassen wir das...) über diesen Blog: "Du Siech, di Blog isch indiskutabel." So schlimm finde ich es allerdings nicht. Die Frequenz ist zwar frappant tief, doch hat sich blogging Remy auch auf dem Sekundärmarkt (gemeint ist die Kommentar-Ebene der übrigen Blogs) mit interessanten und bisweilen ungewohnt aggressiven Voten einen Namen gemacht. Auch die im Blog selbst gelieferten Inhalte haben durchaus etwas für sich. In gelegentlichen Anfällen von Kreativität hat der Alte bewiesen, dass auch er es durchaus versteht, unterhaltsame Zusammenfassungen von ausgewählten Abenden und anderen Ausflügen zu liefern...


Da Blog:

Der Blog, welcher in gewohnter Bescheidenheit für sich the unquestionable truth in Anspruch nimmt, hat sich innert kürzester Zeit zur führenden Boulvard-Plattform der Nouvenegga-Bloggers gemausert. Obwohl oder vielleicht gerade weil es der Autor mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt, sind seine Schilderungen der Wochenend-Aktivitäten an Witz und Originalität kaum zu übertreffen. Des Rändels Grossvater (der legendäre Fritz Sommer, selig) hatte sich in der Neuenegger Lokal-Presse einen Namen als begnadeter Kolumnen-Schreiber gemacht und fiel unter anderem durch seinen unverkennbar bildhaften, originellen, schlicht unnachahmlichen Schreibstil auf. Er kann wahrlich stolz auf seinen Enkel sein...

Torquie's Lästerecke:
"Der Blog auf den einige gewartet haben und andere nicht erwartet haben, dass es ihn jemals geben wird." Den Grund dafür, dass dieser Blog online gegangen ist, darf ich nicht ohne Stolz auf meine Kappe nehmen. Wenn ich gewusst hätte, was es für eine verheerende Folge haben sollte, als ich an jenem Samstagabend im August folgendes SMS an Kollege Torx schickte: "Biste beleidigt?" Wie dem auch sei, nun kann Kollege Torx also auch im Netz das tun, was er am besten kann und man kann ihm wahrlich nicht vorwerfen, der Blog werde seinem Namen nicht gerecht. Und seien wir dorch ehrlich: wer will schon eine Aneinanderreihung von Nettigkeiten lesen? Der Leser will Frontalangriffe, welche aus einer negativen, leicht frustrierten aber aggressiv kritischen Grundhaltung entspringen. Diese kriegt er in der Lästerecke in ihrer reinsten Form serviert. Woche für Woche aufs Neue...

Montag, Dezember 04, 2006

 

Grüne Angstmacherei



Anstatt über Kollegen herzuziehen, lasse ich meinen persönlichen Frust lieber an mir wenig nahestehenden politischen Gruppierungen ab. So etwa an der Grünen Partei. Dazu das folgende Zitat:

"Jede Rüfe, die niedergeht, jeder Bach, der über die Ufer tritt, jeder Sturm, der fegt, und jeder Felsbrocken, der talwärts rollt, ist mittlerweile ein 'untrüglicher' Vorbote des globalen Kollapses. Und weil dieser wohl nie eintreten wird, kann er ewig beschworen werden. So einfach ist grüne Politik."

Was wie ein Gedicht von Heine oder Goethe anfängt, stellt in Wirklichkeit Urs Paul Engelers treffende Entlarvung des grünen Polit-Erfolgsgeheimnisses dar. Erst fiel der "saure Regen", dann kam das Waldsterben, dann explodierten Tschernobyl und Schweizerhalle, dann öffnete sich das Ozonloch. All diese Dinge waren oder sind im Rückblick höchstens halb so schlimm. Sie bescherten aber - durch die Medien bereitwillig unterstützt - den Grünen ihre politischen Erfolge. Die aktuellen Horrorszenarien sind Treibhauseffekt oder Feinstaubbelastung. Und die kantonalen Exekutivmitglieder machen auf Druck der Medien brav mit, wenn es darum geht, unsinnige Massnahmen wie Tempo 80 auf Autobahnen kurzfristig zu verordnen. Massnahmen, welche weniger den Feinstaub, dafür vielmehr unser schlechtes Gewissen zu beseitigen in der Lage sind.

Stimmenfang durch Angstmacherei - ein altbewährtes politisches Vorgehen. Interessant auch, diese Taktik gerade bei jenen aufzudecken, welche ihren politischen Gegnern immer wieder vorwerfen, unnötige Ängste in der Bevölkerung zu schüren (etwa vor Ausländern) und daraus politisches Kapital zu schlagen...


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