Samstag, Juni 16, 2007

 

Die 90-er - Das verlorene (linke) Jahrzehnt


Neulich lieferte uns der Özel wieder einmal einen rein politischen Beitrag (Thema: Experiment Blocher). Davon bleibt indessen trotz des relativ grossen Umfangs - unterstützt von gesinnungsverwandten Kommentatoren - letztlich nicht viel mehr übrig als die typische linke Anti-Blocher-Parolendrescherei, welche (ebenfalls in altbekannter linker Manier) auch nicht davor zurück schreckt, den politischen Gegener in die Nazi-Ecke zu rücken (Beispiel: "In den SVP-Köpfen träumt man doch seit der Ära Blocher/Mörgeli/Schlüer/Fehr vom absoluten Mehr und einer lauten, führenden Stimme - ohne Zwischentöne"). Vom Özel hätte ich eigentlich ein bisschen mehr Sachlichkeit erwartet, aber das soll jetzt nicht das Thema sein und im Übrigen bin ich ein erklärter Gegner von Stil-Diskussionen.
Im Beitrag findet sich allerdings auch eine m.E. falsche Kernaussage, deren Falschheit ich hiermit ein wenig näherzubringen versuche. Zugegeben, auf den ersten Blick ist es nicht ganz einfach zu verstehen:

Warum sollen die 90-er Jahre im Rückblick das verlorene, sozialdemokratische Jahrzehnt darstellen, obwohl doch bürgerliche Parteien sowohl auf Bundesebene wie auch in den meisten Kantonen durchwegs zusammen die absolute Mehrheit stellten?

Verloren?
Weshalb die 90-er eine verlorene Dekade waren, ist noch verhältnismässig einfach zu erklären, war doch im Zeitraum von 1991-2003 das jährliche Wachstum des schweizerischen BIP pro Kopf mit durchschnittlich gerade mal 0.4% rekordverdächtig tief (dies trotz zwischenzeitlichem Hoch von 3% im Zenit der New Economy anno 2000!).

Sozialdemokratisch?
Weshalb die 90-er eine linke Dekade waren, zeigt sich zunächst im hier auch schon thematisierten exponentiellen Anstieg des staatlichen Schuldenbergs, welcher sich von 1990 bis 2003 auf Bundesebene mal eben auf annähernd 130 Milliärdchen verdreifachte(!). Klar, die Gründe für diesen beängstigenden Anstieg sind mannigfaltig: etwa die rezessionsbedingt massiv geringeren Steuereinnahmen kombiniert mit einer ungünstigen demographischen Entwicklung. Besonders schmerzhaft offenbarte sich hier aber auch ein erstes Mal, dass der in den boomenden achtziger Jahren massiv ausgebaute linke Wohlfahrtsstaat auf Dauer - sprich: auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten - kaum finanzierbar ist. Den Anstieg deshalb allein den Linken zuzuschreiben ginge natürlich zu weit. Vorzuwerfen ist ihnen indessen, dass sie praktisch jede dringend nötige Sparmassnahme (insbesondere in Fragen der sozialen Wohlfahrt) mit dem Totschlägerargument des "Sozialabbaus" und dem Märchen vom zu Tode gesparten Staat bekämpften und dabei leider häufig auch Erfolg hatten (trotz fehlender Mehrheiten in Bundesrat und Parlament). Selbst die überfällige staatliche Schuldenbremse wurde seinerzeit von linker Seite bekämpft und schon bald verhindern sie möglicherweise die mehr als dringend benötigte IV-Revision.

Dass die 90-er sozialdemokratisch geprägt waren zeigt in imposanter Weise auch ein Blick auf die Entwicklung der Ausgaben der öffentlichen Haushalte (nicht nur Bund, sondern auch Kanton und Gemeinden):


Die mit Abstand deutlichste Verlagerung erfolgte zu Gunsten der sozialen Wohlfahrt - nomen est omen das Kernthema der Sozialdemokraten. Betrachten wir sogar nur die Ausgaben des Bundes für die soziale Wohlfahrt, so machte diese im Jahr 2005 bereits über 14 Milliarden oder sagenhafte 27,5% der gesamten Ausgaben aus (Quelle: Die Schweiz 2007: Standortbestimmung und Perspektiven)! Zugenommen haben die Ausgaben auch im Ressort Gesundheit - ebenfalls ein Bereich, wo eine gewaltige soziale Umverteilungsmaschinerie im Gange ist und nach linker Ansicht noch ausgebaut werden soll. Gleiches gilt für den Bereich der Bildung, welcher ebenfalls einen höhren Anteil einnimmt als noch 1990. Auch die Bildung gilt gemeinhin als linkes Kernanliegen, wobei sich aber die linke Bildungspolitik meistens in der Forderung nach höheren Ausgaben erschöpft. Effizienzsteigerung oder Förderung des Wettbewerbs und der Eigenverantwortung auch in der Bildung werden hingegen aufs Heftigste bekämpft, was im Ergebnis dazu geführt hat, dass wir zwar das teuerste Schulsystem der Welt haben, dass dieses qualitativ hingegen nur durchschnittlich ist.

Doch auch die Linke setzt und setzte sich gelegentlich für staatliche Sparmassnahmen ein, nämlich im Bereich der Landesverteidigung. Und siehe da: der einzige Bereich, in welchem die staatlichen Ausgaben in den linken 90-er Jahren deutlich verringert werden konnten, war die Landesverteidigung, welche 2004 noch lächerliche 3,6% der Gesamtausgaben ausmachte. Wie gesagt: das Jahrzehnt der Linken und zwar auf der ganzen Linie...

Trotz solider bürgerlicher Mehrheit?
Addiert man die Anteile der gemeinhin als bürgerlich bezeichneten Parteien CVP, FDP und SVP so hatten diese Parteien in den 90-er Jahren tatsächlich stets die absolute Mehrheit in Bund und Kantonen inne. Wer sich auch nur ein bisschen für schweizerische Politik interessiert, weiss aber, dass dieser angebliche "bürgerliche Block" spätestens seit dem EWR-Nein höchstens noch auf dem Papier existierte und funktionierte. Ein Umstand, welchen die Linke gekonnt für ihre eigenen Ziele auszunützen vermochte. Dazu kommt, dass es in den sogenannt bürgerlichen Parteien eine Vielzahl Politiker gab und gibt, welche etatistischen Versuchungen keineswegs abgeneigt sind, wenn es nur ihren eigenen konkreten Interessen dient. Die unechten Liberalen lassen grüssen. Ein tragisches Beispiel ist diesbezüglich auch der Kanton Bern, wo selbst die SVP eine Steuersenkungsinitiative zur Ablehnung empfohlen hat (mit Erfolg), nur weil es der von ihr gestellte Finanzminister so wollte. Aus diesem Grund schreibt Mörgeli im vom Özel rezensierten Facts-Beitrag ja auch von den "Wirrköpfen der sozialistischen und bürgerlichen Linken"...

Mittwoch, Juni 06, 2007

 

Ronnie rules



Die Beliebtheit von Präsident Reagan soll ja im Europa der 80-er Jahre rekordverdächtig tiefe Werte erreicht haben, welche seither höchstens noch von George W. unterboten werden konnten. Und das will wahrlich etwas heissen! Dennoch: der Mann hatte einiges auf dem Kasten. Wenn sich schauspielerisches Talent mit politischem Verständnis mischen, kommen so schöne Sätze heraus wie der folgende:

"Government's view of the economy could be summed up in a few short phrases: If it moves, tax it. If it keeps moving, regulate it. And if it stops moving, subsidize it."

Wer sich einmal mit einer EU-Richtlinie rumschlagen musste (in meinem Fall war es in jüngster Zeit die berüchtigte MiFID), weiss welch verheerendes, in unseren Breiten vor allem (aber leider nicht nur!) in linken Köpfen vorherrschendes wirtschaftspolitisches Verständnis Ronnie anno 1986 mit diesem Zitat auf die Schippe nehmen wollte...

PS: Ja, ich geb's zu: Köppel hat mir dieses Zitat geliefert.


Sonntag, Juni 03, 2007

 

Urbel wears Ray-Ban


Endlich besitze ich sie! Eine Ray-Ban und zwar nicht irgendeine, nein, die legendäre Ray-Ban Aviator (mirror). Beim Modell, welches ich in meinem Blogger-Profile trage, handelt es sich lediglich um eine ca. 3 Fr. teure Imitation aus Thailand, nebenbei. Wenn es also mit meiner Aviatik-Karriere schon nicht geklappt hat, so gönne ich mir wenigstens den Luxus jener klassischen Pilotenbrille, welche schon auf so berühmten Nasen wie etwa jener von Tom "Maverick" Cruise in Top Gun sass...







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