Montag, März 31, 2008
Lasst sie doch einfach weiter schlumpfen!

Nachdem ein Rechtsgutachten ergeben hat, dass ein Parteiausschluss Widmer-Schlumpfs auf nationaler Ebene nicht möglich ist, will die neue Parteileitung den Ausschluss nun via Druck auf die Bündner Kantonalsektion erreichen.
Gemach, Gemach! Schon vergessen, dass derart ultimatives Vorpreschen letztlich kontraproduktiv sein dürfte? (Beispiel: Die unnötig aggressive "Erpressung" im Vorfeld der Bundesratswahlen produzierte die entscheidenden Abweichler für die Abwahl Blochers.)
Konrad Hummler, der originelle Querdenker, dem ich (hoffentlich) meinen nächsten Blog-Eintrag widmen werde, weiss, welche Strategie die SVP im Umgang mit Widmer-Schlumpf verfolgen sollte:
„Ich würde Widmer-Schlumpf nicht ausschliessen, und zwar aus taktischen, nicht prinzipiellen Gründen. Sie dürfen keine Opfer produzieren in der Politik. Sonst haben Sie einen unangreifbaren Gegner geschaffen. Die Politikerin sollte aufs Unerbittlichste überwacht und kritisiert werden.“
Die SVP-Strategen sollten sich Hummlers Worte zu Herzen nehmen. Könnte die Partei ihren politischen Gegnern einen schöneren Steilpass zuspielen als den Parteiauschluss? Dann nämlich gefiele sich Widmer-Schlumpf – von den (linken) Medien bereitwillig unterstützt – in der Opfer-, ja Martyrer-Rolle, was jeglicher Kritik an ihr den Wind aus den Segeln nehmen würde…
Übrigens: Falls jemand noch immer ernsthaft an der Machtgier, Karriere-Besessenheit, Hinterhältigkeit und Unredlichkeit, kurz: dem Verrat Widmer-Schlumpfs zweifeln sollte, falls jemand immer noch an ihr Märchen glauben sollte, wonach sie am Morgen des 12. Dezembers „aus heiterem Himmel“ wie die Jungfrau zum Kinde gewählt worden sei und sich „spontan“ und allein „zum Wohle der Partei“ für die Annahme der Wahl entschieden habe, dem sei der mittlerweile berühmte SF-Film empfohlen. Ich persönlich fürchte, dass ich dieser Person in ewiger Unverbundenheit undankbar sein werde…
„Ich würde Widmer-Schlumpf nicht ausschliessen, und zwar aus taktischen, nicht prinzipiellen Gründen. Sie dürfen keine Opfer produzieren in der Politik. Sonst haben Sie einen unangreifbaren Gegner geschaffen. Die Politikerin sollte aufs Unerbittlichste überwacht und kritisiert werden.“
Die SVP-Strategen sollten sich Hummlers Worte zu Herzen nehmen. Könnte die Partei ihren politischen Gegnern einen schöneren Steilpass zuspielen als den Parteiauschluss? Dann nämlich gefiele sich Widmer-Schlumpf – von den (linken) Medien bereitwillig unterstützt – in der Opfer-, ja Martyrer-Rolle, was jeglicher Kritik an ihr den Wind aus den Segeln nehmen würde…
Übrigens: Falls jemand noch immer ernsthaft an der Machtgier, Karriere-Besessenheit, Hinterhältigkeit und Unredlichkeit, kurz: dem Verrat Widmer-Schlumpfs zweifeln sollte, falls jemand immer noch an ihr Märchen glauben sollte, wonach sie am Morgen des 12. Dezembers „aus heiterem Himmel“ wie die Jungfrau zum Kinde gewählt worden sei und sich „spontan“ und allein „zum Wohle der Partei“ für die Annahme der Wahl entschieden habe, dem sei der mittlerweile berühmte SF-Film empfohlen. Ich persönlich fürchte, dass ich dieser Person in ewiger Unverbundenheit undankbar sein werde…
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Meine Meinung! Das jetzige Zetter-Mordio schadet der SVP nur. Wie schnell es doch gehen kann vom unangefochtenen Sieger der Parlamentswahlen 2007 zu einem Häufchen zerstrittener Polterer ... Statt dem Wahlsieg dominiert die Daily Soap um eine in ihrer Ehre gekränkte Partei die Medien. Herrlich.
Als SVP-Kritiker sei zudem gefragt, ob sich im Verhalten der SVP Schweiz gegenüber der SVP Graubünden nicht das Spiel der EU gegenüber der Schweiz - derzeit exemplarisch aufgezeigt im "Steuerstreit" - wiederholt? Und dies just gerade in derjenigen Partei, die diese fremden Richter aus Brüssel am vehementesten bekämpft ...
Deshalb sei auch der SVP Graubünden (völlig uneigennützig, selbstverständlich) gesagt: "Ihr wollt doch keine fremden Richter haben, oder?"
Als SVP-Kritiker sei zudem gefragt, ob sich im Verhalten der SVP Schweiz gegenüber der SVP Graubünden nicht das Spiel der EU gegenüber der Schweiz - derzeit exemplarisch aufgezeigt im "Steuerstreit" - wiederholt? Und dies just gerade in derjenigen Partei, die diese fremden Richter aus Brüssel am vehementesten bekämpft ...
Deshalb sei auch der SVP Graubünden (völlig uneigennützig, selbstverständlich) gesagt: "Ihr wollt doch keine fremden Richter haben, oder?"
Übrigens: Danke für den Link auf die Seite zum Dokumentarstreifen - ich habe mir gleich die DVD gepostet ...
Zur Erinnerung: die Sieger wurden noch sehr viel schneller - nämlich bereits am 12. Dez. 2008 - zu Verlierern...
Zum EU-Vergleich kann ich nur sagen: Zusammenhänge wie Vorhänge aber zumindest phantasievoll! Wo dein Vergleich vor allem hinkt: die SVP-Sektion Graubünden ist (noch) Mitglied der SVP Schweiz, welche Druck macht. Die Schweiz ist bekanntlich NICHT Mitglied der EU, welche Druck macht. Da sind die Positionen doch nicht ganz die gleichen...
Dass jeder stramme Sozi die DVD im Regal haben muss, ist natürlich Ehrensache. A propos: wie fühlt sich das eigentlich an, wenn man als Linker diese "erhebenden" Momente der Blocher-Abwahl noch einmal mitverfolgt? So wie das pubertäre Siegerlächeln von Ursi Wyss, welches zu unterdrücken ihr im ganzen Film nicht gelingen will? Egal - der SP kann man in diesem Zusammenhang bekanntlich keine Vorwürfe machen.(Wobei: spricht es für eine Partei, wenn ihr einziger politischer Erfolg der letzten Jahre in der Abwahl eines gegnerischen Bundesrats besteht? Item...)
PS: Merci für den Diskussionsbeitrag. Tut gut, wieder mal über CH-Politik zu diskutieren...
Zum EU-Vergleich kann ich nur sagen: Zusammenhänge wie Vorhänge aber zumindest phantasievoll! Wo dein Vergleich vor allem hinkt: die SVP-Sektion Graubünden ist (noch) Mitglied der SVP Schweiz, welche Druck macht. Die Schweiz ist bekanntlich NICHT Mitglied der EU, welche Druck macht. Da sind die Positionen doch nicht ganz die gleichen...
Dass jeder stramme Sozi die DVD im Regal haben muss, ist natürlich Ehrensache. A propos: wie fühlt sich das eigentlich an, wenn man als Linker diese "erhebenden" Momente der Blocher-Abwahl noch einmal mitverfolgt? So wie das pubertäre Siegerlächeln von Ursi Wyss, welches zu unterdrücken ihr im ganzen Film nicht gelingen will? Egal - der SP kann man in diesem Zusammenhang bekanntlich keine Vorwürfe machen.(Wobei: spricht es für eine Partei, wenn ihr einziger politischer Erfolg der letzten Jahre in der Abwahl eines gegnerischen Bundesrats besteht? Item...)
PS: Merci für den Diskussionsbeitrag. Tut gut, wieder mal über CH-Politik zu diskutieren...
Die Abwahl Christoph Blochers ist und bleibt eine taktische Meisterleistung, der gebührend Respekt gezollt werden muss - ob Sozi oder nicht.
Aus meiner Sicht behandelt die DVD einen der herausragendensten Momente der jüngsten Politgeschichte der Schweiz und gehört in jeden Haushalt, der sich seriös mit der schweizerischen Politik auseinandersetzt.
(So wie übrigens auch der Doku-Streifen Mais im Bundeshaus, der die Eigenschaften des schweizerischen Politsystems aufzeigt.)
Ob die Abwahl Blochers seinen Gegnern längerfristig den erhofften Auftrieb geben wird, steht hingegen auf einem anderen Blatt geschrieben. Doch darum geht es bei der DVD ja nicht - diese beschreibt die Hintergründe zu einem einzelnen Ereignis. Völlig neutral dargestellt durch das kommunistische Staatsfernsehen der Schweiz *zwinker* Agitprop, wie ihn der alte Lenin nicht besser hingekriegt hätte!
Ich würde mir die DVD übrigens auch kaufen, wenn die Bürgerlichen unter Führung der SVP in ähnlicher Manier einen SP-Bundesrat abgewählt hätten. Gegen Blochers Abwahl ist die Schassung der Bundesrätin Metzler aber leider nur ein Bubenstreich.
Und ja, auch ich trug ein Lächeln auf dem Gesicht, als ich am 13. Dezember vom Bären- Richtung Bundesplatz lief und mir Genosse Hämmerle mit einem Rollkoffer entgegen kam. Ich unterliess es aber, ihm ein "Guet gmacht!" zuzurufen ... Rückblickend hätte ich es vielleicht doch tun sollen?
Aus meiner Sicht behandelt die DVD einen der herausragendensten Momente der jüngsten Politgeschichte der Schweiz und gehört in jeden Haushalt, der sich seriös mit der schweizerischen Politik auseinandersetzt.
(So wie übrigens auch der Doku-Streifen Mais im Bundeshaus, der die Eigenschaften des schweizerischen Politsystems aufzeigt.)
Ob die Abwahl Blochers seinen Gegnern längerfristig den erhofften Auftrieb geben wird, steht hingegen auf einem anderen Blatt geschrieben. Doch darum geht es bei der DVD ja nicht - diese beschreibt die Hintergründe zu einem einzelnen Ereignis. Völlig neutral dargestellt durch das kommunistische Staatsfernsehen der Schweiz *zwinker* Agitprop, wie ihn der alte Lenin nicht besser hingekriegt hätte!
Ich würde mir die DVD übrigens auch kaufen, wenn die Bürgerlichen unter Führung der SVP in ähnlicher Manier einen SP-Bundesrat abgewählt hätten. Gegen Blochers Abwahl ist die Schassung der Bundesrätin Metzler aber leider nur ein Bubenstreich.
Und ja, auch ich trug ein Lächeln auf dem Gesicht, als ich am 13. Dezember vom Bären- Richtung Bundesplatz lief und mir Genosse Hämmerle mit einem Rollkoffer entgegen kam. Ich unterliess es aber, ihm ein "Guet gmacht!" zuzurufen ... Rückblickend hätte ich es vielleicht doch tun sollen?
Manfred Messner nennt exakte Rücktrittsdaten:
Die Einsamkeit der Eveline Widmer-Schlumpf
Sind wir auf den 4. Juni gespannt ...
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