Mittwoch, November 05, 2008
Zensur der Mittelinks-Medien am Beispiel Obama (Gastbeitrag)
Vorweg: Ich schliesse mich im Ergebnis für einmal dem Mainstream an und finde es auch ganz okay, dass Obama gewählt wurde. Wenn ich aber solch pathetische Artikel in der Online-Ausgabe der NZZ(!) lesen muss, läuft es mir irgendwie kalt den Rücken runter... Wo sind wir hier eigentlich? Item, am Beispiel Obama zeigt uns Ölä in einem weiteren Gastbeitrag ein anschauliches Beispiel, zum hier auch schon kritisierten politisch korrekten Zensurverhalten unseres Mitte-Links-Tagesmedien-Mainstreams...Angesichts der überschwänglichen Euphorie die sich momentan im BZ Artikel zur Wahl Obamas (und nebenbei auf der ganzen Welt) breitmacht, wollte ich mit dem folgenden Kommentar ein bisschen bad guy spielen und die Friede-Freude-Eierkuchen-Fraktion ein wenig aufmischen:
Autor: O. Schmid
Ist es nicht Ironie des Schicksals? Vor knapp zwei Jahren haben die USA einen Hussein getötet. Jetzt wählen sie einen zum Präsidenten. Nomen est omen?
Leider schaffte es dieser Kommentar nicht durch die Zensur der BZ Internet-Redaktion...
Gut, es konnte ja sein, dass die Online-Redaktion ob der Flut von Kommentaren (zum damaligen Zeitpunkt bereits über 85) nicht alles veröffentlichen konnte und stattdessen nur sporadisch ausgewählt hat. Um dies zu überprüfen, habe ich rund 15 Minuten später diesen Kommentar verfasst:
Autor: Oleg Kusnizov
Amerika hat vorbildlich gehandelt und ist über seinen Schatten gesprungen. Es wäre schön wenn auch in Russland so etwas möglich wäre. Super!
Und siehe da, oh Wunder! Dieser Kommentar wurde umgehend veröffentlicht. Somit darf ich davon ausgehen, dass mein erster Kommentar bewusst nicht veröffentlicht wurde und in der knallharten BZ-Zensur hängengeblieben ist.
Meine Erkenntnis daraus:
Wenn Du Dich im Internet-Forum der BernerZeitung mittels Kommentar beteiligen willst, dann erfülle folgende Anforderungen:
1. Schreibe nur im Sinne der politischen Doktrin des staatstreuen mitte-links Blattes.
2. Schreibe das, was jeder schreibt.
3. Kritik ist möglich, aber nur im Einklang mit Punkt 1. und 2.
Würde also Russland in unserer Medienwelt nicht als Schurkenstaat gelten, so wäre wohl auch mein zweiter Kommentar nie erschienen. Die BZ spielt hier also im Kleinen durch, was in den USA Obama massgeblich zur Wahl verholfen hat ("Obamania" in allen Medien). Sie ergreift Partei und unterbindet andere Meinungen.
Zur Wahl Obamas nur ein Gedanke: Da wird ein äusserst linker und unerfahrener Politiker zum Präsidenten gewählt und ganz Europa jubelt. Rhetorik ist eine Kunst! Oder jubeln wir nur deshalb, um endlich das Thema Schwarz-Weiss begraben zu können (resp. unser Gewissen zu beruhigen)? Eine wirklich gleichberechtigte Gesellschaft erreichen wir erst dann, wenn der bessere Kandidat gewählt wird, auch wenn dieser nicht schwarz ist...
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